Schwerer Verrat: Nick Reiner lauerte seinen Eltern wohl auf

Schwerer Verrat: Nick Reiner lauerte seinen Eltern wohl auf

- Sarah Annowsky
Lesezeit: 3 min
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Acht Monate nach dem gewaltsamen Tod von Rob Reiner (†78) und Michele Singer Reiner (†70) ist ihr Sohn Nick Reiner (32) offiziell wegen Mordes angeklagt. Eine Grand Jury in Los Angeles erhob die Anklage gegen den 32-Jährigen, wie BBC berichtet. Besonders belastend ist ein Zusatz in dem Dokument: Nick soll seinen Eltern in deren Haus im Stadtteil Brentwood gezielt aufgelauert und sie am frühen Morgen des 14. Dezember 2025 mit einem Messer getötet haben. Die Ermittler gehen demnach nicht von einer spontanen Handlung im Affekt aus, sondern von einer geplanten Tat. Die Bezirksstaatsanwaltschaft machte die Anklage am Mittwoch, dem 12. August 2026, öffentlich – ausgefertigt worden war das Schriftstück bereits am 20. Juli. Noch am selben Tag erschien Nick vor Gericht und plädierte auf nicht schuldig.

Bezirksstaatsanwalt Nathan Hochman fand deutliche Worte. Die mutmaßliche Tat sei ein "schwerwiegender Verrat durch jemanden, der von genau den Menschen geliebt und geschätzt wurde, deren Ermordung ihm vorgeworfen wird", erklärte er in einer Mitteilung der Bezirksstaatsanwaltschaft Los Angeles. Dass ein Messer persönlich eingesetzt wurde, gilt nach kalifornischem Recht als erschwerender Umstand. Bei einer Verurteilung droht Nick lebenslange Haft ohne Bewährung, theoretisch käme auch die Todesstrafe infrage. Ob die Anklagebehörde diese fordert, ist offen – Hinrichtungen sind in Kalifornien derzeit ausgesetzt. Rob, der unter anderem "Harry und Sally" drehte, und die Fotografin Michele wurden von ihrer Tochter tot in dem gemeinsamen Haus gefunden. Nick soll nach der mutmaßlichen Tat geflohen und in einem Hotel in Santa Monica eingecheckt sein. Wenige Stunden nach dem Leichenfund wurde er im Süden von Los Angeles festgenommen.

Ein Motiv ist bis heute nicht bekannt, die Beweise hat die Anklagebehörde bislang nicht öffentlich gemacht. Medienberichten zufolge wurde bei Nick vor Jahren Schizophrenie diagnostiziert, zur Tatzeit soll er wegen einer schweren psychiatrischen Erkrankung behandelt worden sein. Ob seine Verteidigung auf Schuldunfähigkeit plädieren wird, ist noch unklar. Bereits als Teenager war er mehrfach in Entzugskliniken und zeitweise obdachlos, die schwierige Beziehung zu seinem Vater verarbeiteten die beiden 2016 gemeinsam in dem teils autobiografischen Film "Being Charlie". Aus der Haft in der Twin Towers Correctional Facility wurde im April ein Wutausbruch gemeldet: Wie People berichtete, musste Nick nach dem Duschen auf die Rückkehr in seine Zelle warten und verlor dabei die Kontrolle. Im Juni beantragte er Zugriff auf einen Treuhandfonds seiner Eltern, um seine Verteidigung zu bezahlen. Seit Dezember sitzt er ohne Aussicht auf Kaution in Haft, der nächste Gerichtstermin ist für den 15. September angesetzt.

Rob Reiner und Nick Reiner beim Toronto International Film Festival 2015
Imago
Rob Reiner und Nick Reiner beim Toronto International Film Festival 2015
Michele Reiner und Rob Reiner mit ihren Kindern Jake, Romy und Nick
Imago
Michele Reiner und Rob Reiner mit ihren Kindern Jake, Romy und Nick
Rob Reiner mit Michele Singer und Nick Reiner bei Teen Vogue’s Back-to-School Saturday in Los Angeles, August 2013
Getty Images
Rob Reiner mit Michele Singer und Nick Reiner bei Teen Vogue’s Back-to-School Saturday in Los Angeles, August 2013