

Kritik: Benny Blancos neue Maske löst Rassismusdebatte aus
Mit der Ankündigung seines kommenden Albums "Hermoso" hat Benny Blanco (38) eine hitzige Debatte im Netz ausgelöst. Der Grund: eine auffällige Karikaturenmaske, die der Produzent zur Präsentation des Projekts trug. Einige Nutzer empfinden die stark überzeichneten Gesichtszüge der Maske als rassistisches Stereotyp, das lateinamerikanisch kodiert sei. Befeuert wird die Kritik zusätzlich durch das Branding der Platte: Alle acht Songs tragen spanische Titel, wodurch das gesamte Projekt deutlich spanisch beziehungsweise lateinamerikanisch geprägt wirkt. Doch nicht alle sehen darin einen Fehltritt. Zahlreiche Stimmen verteidigen den Musiker und erkennen in der Maske keine abwertende Darstellung einer ethnischen Gruppe. Vielmehr handle es sich um eine bewusst groteske Übertreibung seines eigenen Gesichts – und damit um eine Reaktion auf die Beleidigungen über sein Aussehen, die ihn seit Jahren im Netz begleiten.
Besonders auf Reddit wurde die Aktion ausführlich diskutiert. "Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass er sich die ganze 'Er ist hässlich'-Sache zu eigen macht, die man oft auf Stan-Twitter und in ähnlichen Bereichen sieht. Es wirkt wie eine Übertreibung oder Karikatur von ihm, die ihn absichtlich besonders hässlich aussehen lassen soll", vermutete ein Nutzer. Ein weiterer Kommentar auf der Plattform lautete: "Es ist eine Übertreibung beziehungsweise Verzerrung seiner eigenen Gesichtszüge. Ich sehe es so, dass er das aufgreift und überspitzt, was alle darüber sagen, dass er hässlich aussieht." Als konkretes Argument für die Selbstparodie führen Kommentatoren an, dass Bennys tatsächliche Züge bis hin zu seinen Zähnen in der Maske klar wiederzuerkennen und lediglich stark überzeichnet seien. Auch die Gegenseite räumt ein, dass sich die Darstellung unterschiedlich deuten lasse: Die Maske könne als rassistisch verstanden werden, zugleich aber als selbstironischer Scherz gemeint sein – und bewege sich deshalb auf einem schmalen Grat.
Benny heißt mit bürgerlichem Namen Benjamin Levin und wuchs bei seinen Eltern Sandra und Andrew Levin im US-Bundesstaat Virginia auf. Seinen Künstlernamen übernahm er nach eigenen Angaben von einer Figur aus dem Film "Carlito's Way" aus dem Jahr 1993, der in seiner Kindheit zu seinen Lieblingsfilmen zählte. Sein Vater soll jüdische und osteuropäische Wurzeln haben, seine ebenfalls jüdische Mutter hat puertoricanische Vorfahren – wie weit diese Familiengeschichte zurückreicht, ist allerdings nicht näher bekannt. Gegenüber der New York Times bezeichnete sich der Produzent 2018 selbst als "pummeliges jüdisches Kind aus Virginia". Diese Herkunftsangaben werden in der aktuellen Debatte thematisiert: Während Kritiker die Authentizität des stark lateinamerikanisch geprägten Auftritts infrage stellen, macht seine puertoricanische Familiengeschichte die Diskussion zugleich weniger eindeutig.









