Hugh Hefner meldete Epstein-Vorwürfe schon 2005 dem FBI
Neu entsiegelte Gerichtsunterlagen aus den USA werfen ein neues Licht auf die Frage, wie früh Behörden von den Vorwürfen gegen Jeffrey Epstein (†66) wussten. Wie OK! berichtet, geht aus den Dokumenten hervor, dass Hugh Hefner (†91) sich bereits 2005 mehrfach telefonisch an das FBI gewandt haben soll, um schwere Anschuldigungen gegen den Unternehmer zu melden. Hintergrund war offenbar ein Gespräch in der Playboy Mansion: Das frühere Playmate Audra Christiansen habe sich dort dem Playboy-Gründer anvertraut und ihm berichtet, von Epstein und Personen aus dessen Umfeld sexuell missbraucht und zum Zwecke des Menschenhandels misshandelt worden zu sein. Christiansen soll Hefner anschließend gebeten haben, sich in ihrem Namen direkt an die Bundesbehörde zu wenden. Sie ging davon aus, dass sein Bekanntheitsgrad und seine gesellschaftliche Stellung ihren Schilderungen mehr Gewicht verleihen würden. Doch trotz der angeblichen Anrufe soll das FBI den Hinweisen rund 15 Jahre lang nicht nachgegangen sein – Christiansen sei erst im Oktober 2020 kontaktiert worden.
Öffentlich wurden die Angaben durch eine Klage mehrerer Epstein-Überlebender gegen die US-Regierung. Sie werfen dem FBI Fahrlässigkeit und Verstöße gegen verbindliche Vorgaben beim Umgang mit glaubwürdigen Hinweisen auf sexuellen Kindesmissbrauch und Sexhandel vor. Laut der Klageschrift schilderte Christiansen, sie sei kurz nach der Begegnung mit Epstein, "ehe sie sich versah, nackt gewesen und von Epstein vergewaltigt worden" und anschließend "zehn Jahre lang gehandelt worden". In den Unterlagen heißt es weiter: "Etwa fünfzehn Jahre lang untersuchte das FBI Christiansens Hinweise nicht und ging ihren Vorwürfen nicht nach." Anwalt Arick Fudali, der mehrere Betroffene vertritt, sagte gegenüber NewsNation: "Die jüngsten Berichte darüber, dass das FBI Beschwerden über Epstein im Jahr 2005 ignorierte, sind erschütternd, aber nicht überraschend. Die Strafverfolgungsbehörden haben Epsteins Überlebende jahrzehntelang im Stich gelassen und tun dies bis heute auf höchster Ebene." Bundesstaatsanwälte beantragten unterdessen die Abweisung der Klage. Sie argumentieren, die Ansprüche seien zu spät geltend gemacht worden, spätestens 2019 hätten die Betroffenen öffentlich davon erfahren.
Hefners Rolle in dem Fall ist von einem deutlichen Widerspruch geprägt. Nach seinem Tod im Jahr 2017 erhoben zahlreiche frühere Playmates, Partnerinnen und Angestellte selbst Vorwürfe gegen den Playboy-Gründer. Ihm wurde unter anderem systematisches sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen, ebenso Manipulation, mutmaßliche sexualisierte Übergriffe unter Drogeneinfluss und das Begünstigen anderer Täter. Jeffrey Epstein selbst starb 2019 in Untersuchungshaft. Die nun entsiegelten Dokumente rücken damit erneut die Frage in den Mittelpunkt, welche Hinweise US-Behörden schon lange vor seinem Tod erhalten hatten und wie mit diesen umgegangen wurde.









