Severin Freund macht Jamal Musiala nach seinen Anfällen Mut
Jamal Musiala (23) bekommt Unterstützung von unerwarteter Seite: Der frühere Skispringer und Olympiasieger Severin Freund (38) spricht dem Fußballnationalspieler nach dessen öffentlich gewordenen gesundheitlichen Problemen Mut zu. Der Offensivspieler des FC Bayern war zuletzt in zwei Testspielen zusammengebrochen und hatte anschließend erklärt, dass bei ihm infolge einer neurologischen Dysfunktion kurzzeitige Absencen auftreten. Severin kennt eine solche Belastung aus eigener Erfahrung, denn er lebt selbst mit einer schlafgebundenen, fokalen Epilepsie. Gegenüber ZDFheute machte er deutlich, dass sich Musialas Erkrankung nicht pauschal einordnen lasse: "Keine Epilepsie [ist] wie die andere", betonte der ehemalige Sportler. Trotz möglicher Schwierigkeiten bei der Einstellung der Medikamente hält er viele Behandlungswege für denkbar – und traut dem Münchner zu, wieder auf höchstem Niveau Fußball zu spielen. "[Jamal] kann wieder absolute Weltklasse-Leistungen bringen", zeigte er sich überzeugt.
Positiv bewertet Severin auch, dass der 23-Jährige und der FC Bayern offen mit der Situation umgehen und gemeinsam mit Medizinern sowie Jamals persönlichem Team nach der bestmöglichen Lösung suchen. "Ich glaube, dass auch im Fußball grundsätzlich sehr viel möglich ist. Und selbst wenn eine Medikation gerade nicht optimal funktioniert, gibt es viele Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren", erklärte er. Beim Rekordmeister sind die Absencen offenbar längst bekannt: Sportdirektor Max Eberl (52) zufolge weiß der Verein bereits seit der gesamten vergangenen Saison davon. Eine Veränderung der Medikation habe die Anfälle zuletzt innerhalb kurzer Zeit sichtbarer gemacht, eine Gefahr für die Gesundheit des Spielers habe aber nicht bestanden. Nun sollen die Medikamente erneut angepasst werden, damit Jamal wieder so lange anfallsfrei bleibt wie zuvor.
Severin beschreibt seine eigene Erkrankung als schlafgebundene, fokale Epilepsie. Diese könne schwere Anfälle mit Krämpfen am ganzen Körper auslösen. Trotz der Diagnose feierte der Sportler große Erfolge und gewann 2014 in Sotschi mit dem deutschen Skisprungteam Olympiagold. Im Laufe der Zeit habe er gelernt, mit der Erkrankung zu leben. "Irgendwann kommt der Moment, wo man merkt: Es gehört einfach zu mir. Dann ist es genauso dabei wie andere Dinge auch – und auch im Wettkampf", berichtete er. Während seiner aktiven Karriere habe er zwar nicht konkret mit einem Anfall im Wettkampf gerechnet. Die Sorge, dass dieser zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt auftreten könnte, sei aber da gewesen. Seine nüchterne Erkenntnis: "Du kannst es aber nicht kontrollieren." Zugleich zeigte Severin Mitgefühl für Jamals plötzliche öffentliche Aufmerksamkeit: "Es ist eine echt bescheidene Situation, wenn man dort reingeworfen wird, wenn man in einem Moment, in dem man es nicht bräuchte und nicht haben möchte, in die Öffentlichkeit gerückt wird." Jamal selbst meldete sich nach seinen Zusammenbrüchen bereits zu Wort – und machte deutlich, dass er sich nicht unterkriegen lässt und der Situation optimistisch entgegenblickt. Severins Worte dürften ihm nun zusätzlich Mut machen.









