Elvis Presleys Oscar-Traum scheiterte am größten Erfolg
Elvis Presley (†42) eroberte als King of Rock 'n' Roll die Bühnen der Welt – doch der Sänger hatte noch einen zweiten großen Traum: Er wollte in Hollywood als ernstzunehmender Charakterdarsteller anerkannt werden und eines Tages einen Oscar in den Händen halten. In den 1950er- und 1960er-Jahren stand er für mehr als 30 Spielfilme vor der Kamera. Sein Manager Colonel Tom Parker (†33) setzte dabei jedoch konsequent auf leichte Musikkomödien, die verlässlich Geld einspielten und in denen Elvis nebenbei seine neuesten Songs präsentieren konnte. Mit jedem weiteren Kassenerfolg wurde der Musiker noch stärker auf diese lukrative Formel festgelegt, wie das australische Portal news.com.au berichtet. Anspruchsvolle Rollen, die seine schauspielerische Bandbreite hätten zeigen können, blieben dadurch weitgehend aus. Der ersehnte Academy Award ging nie an ihn – der Traum vom Oscar erfüllte sich für den Sänger bis zu seinem Tod nicht.
Dabei hatte bereits das Drama "Mein Leben ist der Rhythmus" aus dem Jahr 1958 angedeutet, welches Potenzial in ihm steckte. Für die Rolle nahm Elvis rund sieben Kilogramm ab und trennte sich sogar von seinen markanten Koteletten. Zwar wurden die eingebauten Musikeinlagen kritisiert, für seine Darstellung erhielt er aber viel Anerkennung. Genau darin lag das Problem: Colonel Tom bestand auch bei ernsteren Stoffen darauf, Gesangsnummern unterzubringen, damit die Filme gleichzeitig als Werbung für die Plattenkarriere seines Schützlings dienten. Auch "Lied des Rebellen" war ursprünglich nicht als Musical angelegt, wurde auf Drängen des Managers aber entsprechend umgebaut. Der enorme kommerzielle Erfolg von "Blaues Hawaii" im Jahr 1961 zementierte die Ausrichtung auf leichte Unterhaltung endgültig. Als die bewährte Formel später an Zugkraft verlor, kam 1969 mit "Ein himmlischer Schwindel" Elvis' letzter Spielfilm in die Kinos. Danach konzentrierte er sich wieder auf seine Liveauftritte.
Seine Begeisterung für die Schauspielerei hatte lange vor dem großen Ruhm begonnen. Als Teenager arbeitete Elvis als Platzanweiser in einem Kino in Memphis – so konnte er unzählige Filme sehen und die Auftritte seiner Vorbilder ganz genau studieren. Sein eigenes Leinwanddebüt gab er 1956 in "Pulverdampf und heiße Lieder" (Originaltitel: "Love Me Tender"). Weil der gleichnamige Song zu dieser Zeit ein riesiger Hit war, baute man seine ursprünglich kleinere Rolle aus. Der Streifen wurde im englischen Original kurzerhand von "The Reno Brothers" in "Love Me Tender" umbenannt. Bei einer frühen Vorführung soll seine Mutter untröstlich geweint haben, weil ihr Sohn im Film stirbt. Berichten zufolge nahm sich der Musiker daraufhin vor, in keiner weiteren Rolle mehr den Tod zu finden. Am 16. August 2026 jährte sich Elvis' Tod zum 49. Mal. An seinem früheren Wohnsitz Graceland in Memphis erinnert jedes Jahr eine Zeremonie mit zahlreichen Fans und Wegbegleitern an den 1977 verstorbenen Sänger und Schauspieler, darunter auch seine letzte Partnerin Linda Thompson (76).












