Martin Short veröffentlichte Doku trotz privater Tragödie
Martin Short (76) musste im Februar 2026 den wohl schwersten Verlust seines Lebens verkraften: Seine geliebte Tochter Katherine beging im Alter von 42 Jahren Suizid. Nur wenige Monate später erschien dennoch wie geplant seine Netflix-Dokumentation "Marty, Life Is Short" (dt.: "Marty, das Leben ist kurz"). Im Interview mit Variety erzählt der Schauspieler nun, wie diese Entscheidung zustande kam. Regisseur Lawrence Kasdan habe ihn kurz nach dem Todesfall zu Hause besucht und ihm angeboten, den Start zu verschieben – auch Netflix hätte jeden seiner Wünsche mitgetragen. Doch Martin entschied sich bewusst dagegen. "Wie ich bereits in der Vergangenheit gesagt habe, hatte meine Tochter mit psychischen Problemen zu kämpfen. Und es ist eine Krankheit. Manche Krankheiten verlaufen tödlich, ob es nun Krebs oder eine psychische Erkrankung ist. Also sagte ich: 'Ich denke, wir sollten weitermachen.' Und er sagte: 'Das denke ich auch.'"
Martins Entscheidung, mit dem Todesfall so offen umzugehen, löste eine Welle der Anteilnahme aus. Zahlreiche Zuschauer dankten dem Comedian dafür, dass er die Enttabuisierung mentaler Krisen vorantreibt und das Stigma bricht, das Betroffene wie Angehörige noch immer isoliert. Möglich wurde die sehr persönliche Doku auch durch umfangreiches privates Bildmaterial: Über viele Jahre hinweg filmte der Comedian seine drei Kinder und den Familienalltag mit einem Camcorder und ließ die Aufnahmen später auf DVDs überspielen. Weil er Lawrence seit Jahrzehnten kennt und ihm vollkommen vertraut, überließ er dem Regisseur gleich ganze Regale voller Familienvideos. Auch sein Freund Steven Spielberg (79) steuerte private Filmaufnahmen für das Projekt bei. Die Dokumentation wurde mit drei Emmy-Nominierungen bedacht.
"Marty, Life Is Short" widmet sich neben dem Tod von Katherine noch einem weiteren einschneidenden Verlust in der Familie des Schauspielers. Martins Ehefrau Nancy Dolman starb 2010 im Alter von 58 Jahren, nachdem bei ihr Eierstockkrebs diagnostiziert worden war. Das Paar war zuvor 30 Jahre lang verheiratet und galt als eingespieltes Team, das seine Kinder stets in den Mittelpunkt rückte. In dem Film blickt Martin gemeinsam mit engen Freunden auf die Zeit mit Nancy zurück. Die privaten Erinnerungen an seine Frau und die zahlreichen Familienaufnahmen geben der Dokumentation eine sehr persönliche Perspektive – auf die Liebe, auf die Trauer und darauf, wie der Comedian mit den Verlusten in seinem Leben umgeht.
Bist du selbst depressiv oder hast du Suizid-Gedanken? Dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du anonym und rund um die Uhr Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.









