Mehr als zwei Wochen nach dem Selbstmord von Gerwald Claus-Brunner (✝44), der kurz vor seinem Suizid einen jungen Mann ermordet hatte, meldet sich dessen Bruder Dietwald Claus jetzt erstmals zu Wort. Er sagt: "Er hätte gestoppt werden können. Und müssen."

Gerwald Claus-Brunner im Berliner Parlament
Andreas Rentz/Getty Images
Gerwald Claus-Brunner im Berliner Parlament

Im Stern berichtet er, dass sein Bruder schon in der Jugend zu Gewaltausbrüchen neigte: "Gerwald wurde jähzornig, impulsiv, er verlor einfach die Kontrolle." Ob Sachbeschädigung oder Tierquälerei: Die Gewaltakte des Politikers ist lang. So sei er auch schon früher, "wegen unerwiderter Liebe komplett durchgedreht." Aus der Bundeswehr wird er unehrenhaft entlassen. Er war in einen Vorgesetzten verliebt gewesen, der ihn zurückgewiesen und als "Schwuchtel" erniedrigt hatte. Daraufhin hatte Gerwald Claus-Brunner zugeschlagen.

Gerwald Claus-Brunner im April 2012
Carsten Koall/Getty Images
Gerwald Claus-Brunner im April 2012

Die Entscheidung, sich öffentlich zu äußern, habe Dietwald Claus bewusst getroffen: "Ich will, dass diese Geschichte dazu beiträgt, dass Stalking-Opfer in Deutschland besser geschützt werden." Gerwald Claus-Brunner hatte wenige Tage vor seinem Selbstmord am 19. September diesen Jahres einen Bekannten ermordet, der ihn wenige Monate zuvor noch wegen Stalkings bei der Polizei angezeigt hatte. Der Mörder hatte die Leiche wohl mithilfe einer Sackkarre quer durch Berlin in seine Wohnung transportiert.

Gerwald Claus-Brunner im Berliner Parlament
Andreas Rentz/Getty Images
Gerwald Claus-Brunner im Berliner Parlament