Der Fall Gerwald Claus-Brunner (✝44) erschüttert noch immer Deutschland: Der ehemalige Piraten-Politiker tötete einen jungen Mann und anschließend sich selbst. Den Mord an dem 29-Jährigen gestand Claus-Brunner vor seinem Suizid in einem Brief. Jetzt kommen neue schaurige Details aus den letzten Stunden des Wahl-Berliners ans Licht.

Gerwald Claus-Brunner im April 2012
Carsten Koall/Getty Images
Gerwald Claus-Brunner im April 2012

Nachdem Claus-Brunner am Montag tot neben einer zweiten männlichen Leiche in seiner Wohnung aufgewunden worden war, ist mittlerweile klar, dass der Piraten-Politiker, der sich selbst getötet hatte, auch für den Tod des anderen Mannes verantwortlich ist. Der Politiker hatte sein Opfer wohl zuerst eine Zeit lang gestalkt – es hatte offenbar sogar eine Anzeige deshalb gegeben – und dann in dessen Wohnung in Berlin-Wedding erwürgt. Anschließend fuhr er die Leiche in einer Sackkarre durch die Hauptstadt. Wie die Bild-Zeitung jetzt berichtet, stoppte Claus-Brunner mit der Sackkarre sogar an einem Kiosk.

Gerwald Claus-Brunner im Berliner Parlament
Andreas Rentz/Getty Images
Gerwald Claus-Brunner im Berliner Parlament

Am Tag vor der Tat, bevor er in die Wohnung seines Opfers gelangte, war der Politiker mit der Karre in Berlin unterwegs und hielt an einem Laden an, um einen Groschenroman zu kaufen und seinen Lotto-Schein zu prüfen. "An dem Donnerstag ist mir nichts Besonderes aufgefallen. Claus-Brunner wirkte entspannt. Komisch war nur, dass er eine Sackkarre mit einer riesigen Kiste dabei hatte“, berichtete der Kiosk-Verkäufer Samet B. (27).

Gerwald Claus-Brunner im Berliner Parlament
Andreas Rentz/Getty Images
Gerwald Claus-Brunner im Berliner Parlament

Auf die Frage, was er transportiere, habe ihm Claus-Brunner geantwortet: "Altkleider", erzählte der Verkäufer weiter. Auf den Bildern der Kiosks-Überwachungsfeier ist der Politiker zum letzten Mal lebend zu sehen, drei Stunden später soll er sein Opfer erst mit Kabelbindern gefesselt, sexuell missbraucht und dann umgebracht haben.