

"Arbeitsscheu": Ex-Minister rechnet mit Prinz William ab
Ein Royal-Experte und ehemaliger Minister hat scharfe Kritik an Prinz William (44) geübt: In einem Interview mit der Daily Mail bezeichnete Buchautor Norman Baker den Thronfolger als "arbeitsscheu" und stützt seinen Vorwurf auf konkrete Zahlen. Vom 1. Januar bis zum 15. Juni dieses Jahres habe William lediglich 57 öffentliche Termine absolviert – während sein Vater, König Charles (77), im gleichen Zeitraum auf 76 Auftritte kommt. Die unangefochtene Spitzenreiterin ist demnach Prinzessin Anne (75) mit beeindruckenden 100 Engagements.
Für Baker ist das kein neues Muster. "Für 2024 kam Anne auf 474 öffentliche Pflichten und Charles auf 372 – beide mehr als eine pro Tag. William lag mit lediglich 166 weit abgeschlagen zurück – weniger als eine alle zwei Tage", so der Autor gegenüber der Daily Mail. Baker hält dem Prinzen außerdem vor, bei wichtigen royalen Ereignissen gefehlt zu haben – etwa beim traditionellen Ostergottesdienst 2025 in der St. George's Chapel in Windsor. Auch zum Begräbnis des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter (†100) sei William trotz der angeblichen Bitte seines Vaters nicht angereist, weil es der Geburtstag seiner Frau Kate gewesen sei. Stattdessen sei Prinz Edward (62) als Vertreter entsandt worden. Gleichzeitig wirft Baker dem Prinzen vor, sehr wohl Zeit zu finden, wenn es um seine eigenen finanziellen Interessen gehe: So manage William das Herzogtum Cornwall ausgesprochen detailverliebt, bombardiere Mitarbeiter nahezu täglich mit Nachrichten und bestehe auf wöchentlichen Berichten – sein erster großer Schritt sei zudem die Gründung eines Investitionskomitees zur Gewinnsteigerung gewesen.
Williams Arbeitspensum ist auch anderswo ein Thema: Die New York Times zitierte bereits 2025 den Historiker Ed Owens mit den Worten, William "wurde manchmal als arbeitsscheu angesehen", bewege sich aber inzwischen "hin zu größeren, medienwirksameren Veranstaltungen". Ungeachtet dieser Kritik bleibt Williams Beliebtheit in den USA hoch: Eine YouGov-Studie für The Times ergab, dass 63 Prozent der amerikanischen Erwachsenen eine positive Meinung von ihm haben – damit liegt er unter den lebenden Royals an erster Stelle.
Dass William als nicht der fleißigste innerhalb seiner Familie gilt, ist schon seit Jahren ein wiederkehrendes Thema. Ausgerechnet sein Bruder, Prinz Harry (41), stellte sich in seinen Memoiren "Reserve" damals vor William. Er erinnerte daran, dass die Presse den Thronfolger schon 2015 als faul abgestempelt habe. "Die Presse hatte ihn den 'unwilligen Will' getauft, was unanständig und auch vollkommen ungerecht war, denn er war als Familienvater damit beschäftigt, seine Kinder großzuziehen", schrieb Harry in dem Buch. Der Seitenhieb ging dabei nicht nur an die Medien, sondern auch ins eigene Haus: Harry machte damals auch Charles und Camilla mitverantwortlich für das dünne Termin-Programm. "Pa und Camilla mochten es nicht, wenn William und Kate die Aufmerksamkeit von ihnen oder dem guten Zweck ablenkten", schrieb er. Wenn William also fehlte, so Harrys Botschaft, habe das nicht automatisch etwas mit Faulheit zu tun gehabt.










