Robert Carradines Familie verklagt psychiatrische Klinik

Robert Carradines Familie verklagt psychiatrische Klinik

- Malin Friedrich
Lesezeit: 2 min
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Die Familie von Robert Carradine (†71) hat rechtliche Schritte gegen die Leitung der University of California eingeleitet. Am Freitag reichten die Angehörigen des im Februar verstorbenen Schauspielers eine Klage ein und werfen der psychiatrischen Station des UCLA-Klinikums schwere Versäumnisse bei seiner Behandlung vor. Wie TheWrap unter Berufung auf die Klageschrift berichtet, hatte sich Robert freiwillig in die geschlossene Einrichtung begeben. Die strukturierte Umgebung dort sollte ihm "bei seiner Angst helfen". Trotz der geltenden Sicherheitsvorschriften zur Suizidprävention soll das Personal ihm jedoch seinen Gürtel samt Schnalle belassen haben. Auch ein rollbarer Nachttisch habe sich in seinem Zimmer befunden – ein Möbelstück, das nach Darstellung der Familie auf einer geschlossenen Station üblicherweise gar nicht zum Einsatz kommt. Aus Sicht der Angehörigen hätten beide Gegenstände nie in seiner Reichweite sein dürfen.

Rund 19 Stunden nach seiner Aufnahme soll Robert der Klage zufolge einen Suizidversuch unternommen haben. Die Familie führt zudem an, dass die vorgeschriebenen Kontrollen im 15-Minuten-Takt ausgeblieben seien und der Schauspieler über einen längeren Zeitraum unbeobachtet blieb. Anschließend habe er das Bewusstsein nicht wiedererlangt und eine anoxische Hirnschädigung erlitten. Etwa fünf Wochen lang lag er auf der Intensivstation, bevor er im Alter von 71 Jahren starb. Ein weiterer Vorwurf richtet sich gegen die interne Aufarbeitung des Klinikums: Die Untersuchung habe den tatsächlichen Ablauf nicht korrekt wiedergegeben, die Krankenakten stünden im Widerspruch zu den Aufnahmen der Überwachungskameras. Mit der Klage wegen widerrechtlicher Tötung und Misshandlung eines älteren Menschen fordern die Angehörigen allgemeinen, besonderen und wirtschaftlichen Schadensersatz. Die Anschuldigungen sind bislang nicht gerichtlich bewiesen.

Nach dem Tod des Schauspielers hatte die Familie öffentlich gemacht, dass er fast zwei Jahrzehnte lang mit einer bipolaren Störung gekämpft hatte. Sie beschrieben ihn als geliebten Vater, Großvater, Onkel und Bruder. Mit der Bekanntgabe, dass er durch Suizid ums Leben kam, verbanden sie die Hoffnung auf mehr Verständnis für psychische Erkrankungen. Robert stammte aus einer der bekanntesten Schauspielerfamilien Hollywoods: Sein Vater war John Carradine, seine Brüder David Carradine und Keith Carradine standen ebenfalls vor der Kamera. Auch seine Tochter Ever Carradine schlug diesen Weg ein. Einem breiten Publikum wurde er vor allem als Lewis Skolnick in den "Revenge of the Nerds"-Filmen bekannt. Jüngere Zuschauer kennen ihn als Serienvater von Hilary Duffs (38) Figur in Lizzie McGuire.

Robert Carradine, Schauspieler
Getty Images
Robert Carradine, Schauspieler
Robert Carradine, Schauspieler
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Robert Carradine, Schauspieler
Jake Thomas, Hilary Duff mit Animated Lizzie, Robert Carradine und Hallie Todd in einem Filmstill aus Lizzie McGuire
Imago
Jake Thomas, Hilary Duff mit Animated Lizzie, Robert Carradine und Hallie Todd in einem Filmstill aus Lizzie McGuire
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