Harrison Ford lästert über sein eigenes Sci-Fi-Meisterwerk
Er gilt als einer der größten Filmklassiker aller Zeiten – doch ausgerechnet sein eigener Hauptdarsteller hat zwei gewichtige Kritikpunkte an der ursprünglichen Kinofassung von "Blade Runner". Harrison Ford (83), der in dem 1982 erschienenen Sci-Fi-Streifen von Regisseur Ridley Scott (88) den Protagonisten Rick Deckard spielt, hat sich bereits 2002 gegenüber Playboy offen darüber geäußert, was ihn an der damaligen Version des Films gestört hat. Und das sind gleich zwei Dinge: ein aufgezwungenes Voiceover sowie ein von den Studiobossen nachträglich verlangtes Happy End.
Was das Voiceover betrifft, ließ Harrison seinen Unmut im Gespräch deutlich durchblicken. "Ich wurde durch meinen Vertrag gezwungen, das Voiceover zu machen", erklärte er. Bereits vor den Dreharbeiten habe er Ridley darauf hingewiesen, dass zu viele Informationen direkt an das Publikum weitergegeben werden. Gemeinsam hätten sie am Küchentisch daran gearbeitet, diese Exposition in Szenen einzubauen – doch dann kamen die Studioverantwortlichen von Warner Bros. und bestanden darauf, das Voiceover wieder einzufügen, aus Angst, niemand würde den Film verstehen. Auch das alternative Ende der Kinofassung, in dem Rick Deckard und Rachael gemeinsam glücklich in die Berge fahren, fand bei Harrison, der offenbar bald in den Ruhestand geht, keinen Anklang. Für diesen versöhnlichen Schluss verwendete das Studio sogar ungenutztes Filmmaterial, das Stanley Kubrick (†70) ursprünglich für "The Shining" gedreht hatte.
Trotz dieser Kritik an der Kinofassung hat "Blade Runner" seinen Platz in der Filmgeschichte längst gefestigt. Der sogenannte Final Cut – die heute auf Streaming-Plattformen und auf Blu-ray erhältliche Version – gilt bei Kritikern und Publikum gleichermaßen als bevorzugte Fassung und kommt bei Rotten Tomatoes auf beeindruckende Bewertungen von 89 Prozent der Fachpresse sowie 92 Prozent des Publikums. Beim Kinostart 1982 war das allerdings noch anders: Der Film spielte damals lediglich rund 36 Millionen Euro ein – ein deutlicher Kontrast zu Harrisons anderem ikonischen Franchise, "Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück", das zwei Jahre zuvor über 474 Millionen Euro einspielte.










