Harrison Ford bevorzugt Charakterrollen statt Hauptrollen
Er ist einer der bekanntesten Filmstars der Welt – und dennoch hat Harrison Ford (83) sich selbst nie als klassischen Hauptdarsteller gesehen. Der 83-jährige Schauspieler sprach jetzt im Podcast "Awards Chatter" des Hollywood Reporter offen darüber, dass er eigentlich immer eine andere Art von Karriere angestrebt hatte. Anlass für das Interview war die Promotion der Apple-TV-Serie "Shrinking", in der er derzeit in der dritten Staffel zu sehen ist, deren Finale am 8. April ausgestrahlt wurde. "Ich wollte immer ein Charakterdarsteller sein. Ich hatte nie gedacht, dass ich ein Leading Man werden würde. Das ergibt keinen Sinn. Ich sehe nicht aus wie ein Leading Man, es lag einfach nicht in den Karten für mich", erklärte er offen.
Den Unterschied zwischen einem klassischen Hauptdarsteller und einer Charakterrolle beschrieb Harrison im selben Interview so: "Wenn die Rolle als 'Leading Man' beschrieben werden kann, hat man bestimmte Verantwortlichkeiten. Man muss das Publikum glücklich machen, mit einem zusammen zu sein." Als Beispiele für Rollen, in denen er endlich das spielen konnte, was er sich vorstellte, nannte er seinen Film "Witness" von 1985 sowie "The Mosquito Coast" aus dem Jahr 1986 – beides Filme, die ihn abseits seiner Ikonenrollen als Indiana Jones oder Han Solo zeigten. Besonders ans Herz gewachsen sind ihm aber "42" aus dem Jahr 2013 und "K-19: The Widowmaker" von 2002, die er als "die zwei wahrscheinlich stärksten und unterschiedlichsten Charaktere" bezeichnete, die er in den vergangenen Jahrzehnten spielen durfte. "Ich liebte es wirklich, zu schauspielern und kein Leading Man zu sein", so Harrison.
Seine ikonischen Heldenrollen verdankt Harrison nach eigener Aussage vor allem dem Erfolg der Filme, in denen er mitspielte – und dem Glück. "Ich bekam Hauptrollen, weil die Filme, in denen ich war, erfolgreich waren, und dieser Erfolg hat mich mitgerissen", sagte er im Podcast. Seinen Weg nach Hollywood hatte Harrison in den 1960er-Jahren eingeschlagen, als er nach Los Angeles zog und als Zimmermann arbeitete, um sich über Wasser zu halten, während er eine Schauspielkarriere anstrebte. Der Durchbruch gelang ihm schließlich mit Rollen in "American Graffiti" und "The Conversation", bevor ihn Star Wars im Jahr 1977 weltberühmt machte. Im März dieses Jahres wurde er mit dem "SAG-AFTRA Life Achievement Award" bei den "Actor Awards" ausgezeichnet und hielt dabei eine rund achtminütige Dankesrede, bei der sichtlich Emotionen im Raum lagen.








