Tate-Brüder sollen Luxusautos nur gemietet haben
Der Luxus, mit dem Andrew Tate und sein Bruder Tristan Tate in den sozialen Medien seit Jahren posieren, war offenbar zumindest teilweise nur geliehen. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die LADbible vorliegen und vergangenen Freitag im laufenden Auslieferungsverfahren eingereicht wurden. Demnach gehörten mehrere Superautos, die aus Tristans Videos bekannt sind, gar nicht den Brüdern, sondern waren schlicht gemietet. Konkret genannt werden ein Aston Martin im Wert von rund 1,8 Millionen Euro sowie zwei Bugattis, die mit 4,2 beziehungsweise 5,9 Millionen Euro beziffert werden. Auch die Jacht, die angeblich 42 Millionen Euro gekostet haben soll, war den Unterlagen zufolge nie ihr Eigentum – die beiden sollen lediglich dafür bezahlt worden sein, das Schiff auf ihren Kanälen zu bewerben. Die Enthüllungen kommen rund einen Monat nach der Festnahme der Brüder ans Licht. Andrew und Tristan wehren sich in den USA gegen ihre von Großbritannien beantragte Auslieferung.
Mit diesen Angaben verfolgen die Anwälte der beiden ein klares Ziel: Sie wollen belegen, dass ihre Mandanten weder über den öffentlich zur Schau gestellten extremen Reichtum noch über den daraus abgeleiteten Einfluss verfügen – und deshalb nicht ohne Weiteres als fluchtgefährdet eingestuft werden können. Die US-Regierung stützt ihre Einschätzung laut der Verteidigung vor allem auf Social-Media-Beiträge, Aussagen in Podcasts und öffentliche Prahlereien, ohne tatsächliches Eigentum oder verfügbare Geldmittel nachzuweisen. Selbst der Wert von Andrews Uhrensammlung soll lediglich auf einer Veröffentlichung von Uhrenliebhabern beruhen. Zur Strategie hinter dem Luxusimage heißt es in den von LADbible eingesehenen Dokumenten: "Die Tates betreiben mehrere Unternehmen, in denen sie Männern 'beibringen', wie man Geld verdient. Es liegt in ihrem Interesse, sich in den sozialen Medien als superreich darzustellen."
Hinter dem Streit um die Auslieferung stehen schwere Vorwürfe der britischen Justiz. Nach 38 weiteren Anklagepunkten kommen laut LADbible inzwischen insgesamt 42 Anklagepunkte gegen Andrew und 17 gegen Tristan zusammen. Dazu zählen unter anderem Vergewaltigung, Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung und Körperverletzung. Andrew werden zusätzlich Delikte im Zusammenhang mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern und extremer Pornografie zur Last gelegt. Die Ermittler werfen den Brüdern außerdem vor, Frauen nach dem sogenannten "Lover-Boy"-Prinzip zunächst in romantische Beziehungen gelockt und sie danach dazu gedrängt zu haben, über OnlyFans Geld zu verdienen. Die britische Staatsanwaltschaft spricht mittlerweile von insgesamt sieben mutmaßlichen Opfern. Die Brüder, die sowohl die britische als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen, weisen sämtliche Anschuldigungen zurück.








