Psy wegen illegaler Psychopharmaka-Verschreibung angeklagt
Im Fall mutmaßlich unrechtmäßig verschriebener Psychopharmaka muss sich Psy (48) nun vor Gericht verantworten. Darüber berichtet unter anderem Allkpop. Die Staatsanwaltschaft des westlichen Bezirks von Seoul beantragte gegen den Sänger sowie gegen einen Professor einer Universitätsklinik einen Strafbefehl wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Medizindienstleistungsgesetz. Der Antrag wurde am 22. Juli 2026 gestellt. Dem Musiker wird vorgeworfen, sich zwischen 2022 und 2025 die Präparate Xanax und Stilnox verschrieben haben zu lassen, ohne dafür persönlich ärztlich untersucht worden zu sein. Die Präparate sollen anschließend von seinem Manager oder anderen Personen abgeholt worden sein. Über die beantragten Strafbefehle hat das zuständige Gericht bislang noch nicht entschieden. Damit ist auch die Höhe einer möglichen finanziellen Sanktion derzeit offen. Der Sänger und der mitangeklagte Mediziner könnten gegen eine entsprechende Entscheidung Einspruch einlegen und so ein reguläres Gerichtsverfahren verlangen.
Bei einem Strafbefehlsverfahren entscheidet das Gericht zunächst nur anhand schriftlicher Unterlagen über eine Geldstrafe oder eine andere finanzielle Sanktion. Eine reguläre Hauptverhandlung findet zunächst nicht statt. Die Betroffenen können gegen die Entscheidung jedoch Einspruch einlegen und so ein ordentliches Verfahren erwirken. Der mitangeklagte Professor soll dem Sänger die Mittel ausgestellt haben, ohne ihn selbst in Augenschein genommen zu haben. Xanax und Stilnox kommen unter anderem bei Angstzuständen und Schlafstörungen zum Einsatz und unterliegen als Psychopharmaka besonders strengen Auflagen. Nach südkoreanischem Recht müssen Ärzte ihre Patienten grundsätzlich persönlich untersuchen, bevor sie ein Rezept ausstellen. Auch die Abholung durch eine andere Person ist nur in eng begrenzten Ausnahmefällen erlaubt, etwa bei Bewusstlosigkeit oder stark eingeschränkter Mobilität. Die Verfahren gegen vier weitere Beschuldigte wurden vorläufig eingestellt. Zu dieser Gruppe zählen medizinisches Personal sowie Psys Manager, der die Arzneimittel mutmaßlich für den Sänger entgegengenommen haben soll.
Vorausgegangen waren umfangreiche Ermittlungen: Die Seodaemun-Polizeistation hatte Krankenakten der betroffenen Universitätsklinik sichergestellt und die Vorwürfe geprüft. Schon vor drei Monaten hatte der Fall für Schlagzeilen gesorgt, als die Seodaemun-Polizeistation Psy am 29. Mai ohne Untersuchungshaft an die Staatsanwaltschaft übergab. Damals gerieten neben dem Sänger auch drei Mediziner sowie zwei Mitarbeiter seines Unternehmens ins Visier. Psys Agentur P Nation kündigte zu diesem Zeitpunkt an, man werde "aktiv mit jeder weiteren Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft kooperieren". P Nation hatte sich damals auch zu den konkreten Vorwürfen geäußert. Die Abholung der Mittel durch einen Stellvertreter nannte die Firma einen "klaren Fehler und ein Versäumnis". Gleichzeitig betonte sie, dass Psy die Medikamente nur nach ärztlicher Verschreibung eingenommen habe und "keine Fernverschreibung stattgefunden habe".








