Psy unter Druck wegen illegaler Schlafmittel-Beschaffung
Der Schlafmittel-Fall um den südkoreanischen Sänger Psy (48) geht in die nächste Runde. Die Seodaemun-Polizeistation in Seoul hat den Künstler am 29. Mai ohne Untersuchungshaft an die Staatsanwaltschaft übergeben. Ihm wird vorgeworfen, gegen das südkoreanische Medizindienstleistungsgesetz verstoßen zu haben. Neben Psy wurden auch drei Mediziner – darunter ein Professor und ein Assistenzarzt einer Universitätsklinik in Seoul – sowie zwei Mitarbeiter seines Unternehmens an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Seine Agentur P Nation reagierte auf die Entwicklungen und erklärte, man werde "aktiv mit jeder weiteren Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft kooperieren".
Der Vorwurf gegen den Sänger ist konkret: Von 2022 bis 2024 soll er in einer Seouler Universitätsklinik Rezepte für Psychopharmaka erhalten haben, ohne persönlich vor Ort gewesen zu sein. Außerdem soll er die verschriebenen Medikamente – ein Mittel, das unter anderem bei Schlafstörungen und Depressionen eingesetzt wird – von Dritten, darunter seinem Manager, abholen lassen haben. Laut südkoreanischem Recht dürfen Rezeptunterlagen für solche Medikamente ausschließlich von Patienten entgegengenommen werden, die selbst an einer Untersuchung teilgenommen haben. Die Agentur P Nation hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe bereits entschuldigt und die Abholung durch einen Stellvertreter als "klaren Fehler und Versäumnis" bezeichnet. Gleichzeitig betonte sie, dass Psy die Mittel ausschließlich nach ärztlicher Verschreibung eingenommen habe und keine Fernverschreibung stattgefunden habe.
Die Ermittlungen hatten bereits im vergangenen Dezember für Aufsehen gesorgt, als die Polizei sowohl die Büroräume der Agentur als auch das Fahrzeug des Musikers durchsucht und dabei unter anderem sein Mobiltelefon sichergestellt hatte. Psy wurde international vor allem durch seinen 2012 veröffentlichten Hit "Gangnam Style" bekannt, der auf YouTube Rekorde brach und ihm weltweite Bekanntheit einbrachte.






