Gebetskreis: Jonathan Tah will für Nächstenliebe einstehen
Nach dem beeindruckenden 7:1-Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao bei der WM sorgte nicht nur das Ergebnis für Aufsehen, sondern auch eine bewegende Geste auf dem Rasen: Nationalverteidiger Jonathan Tah (30) und sein Teamkollege Felix Nmecha bildeten gemeinsam mit einigen Spielern des Gegners einen Gebetskreis. Jetzt hat Jonathan angekündigt, dieses Ritual fortzusetzen. Im Gespräch mit dem Musiker Tom Kaulitz (36) von Tokio Hotel bei MagentaTV erklärte der 30-Jährige: "Wir werden das weiter fortführen, weil es am Ende ein schönes Zeichen ist."
Für Jonathan hat das gemeinsame Gebet eine Bedeutung, die weit über den Fußball hinausgeht. "Es geht um Liebe, es geht um Nächstenliebe, es geht um Frieden, Dankbarkeit. Das sind die Werte, die wir nach außen vermitteln wollen", sagte der Abwehrchef des FC Bayern München. Er verriet außerdem, dass er mit Felix bereits nach dem 2:1-Testspielsieg gegen die USA gebetet hatte – ebenfalls gemeinsam mit Spielern der gegnerischen Mannschaft. Den Anstoß zum Gebetskreis gab dabei der Dortmunder: "Um ehrlich zu sein: Felix hat mich angesprochen, ob ich Bock hätte", schilderte Tah. Da Felix zudem einen Spieler aus dem Kader von Curaçao kannte, entschied man sich, das Ritual auch nach dem ersten WM-Spiel der DFB-Elf zu wiederholen. Rückendeckung erhielten die beiden auch von Teamkollege Antonio Rüdiger (33). "Es ist etwas Persönliches. Er hat das gemacht, und ich sehe nichts Falsches daran", sagte er auf einer Pressekonferenz und ergänzte: "Wir leben in einem Land, wir reden von Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit. Also sehe ich kein Problem darin."
Jonathan gilt als einer der erfahrensten deutschen Innenverteidiger seiner Generation. Er spielt für den FC Bayern München, nachdem er zuvor bis zu seinem Wechsel im Jahr 2025 viele Jahre für Bayer Leverkusen aufgelaufen war. In der Nationalmannschaft ist der Defensivspieler seit Jahren gesetzt und zählt zur Stammelf der DFB-Elf. Private Einblicke teilt der Abwehrchef nur selten. Doch Jonathan betont immer wieder, wie wichtig ihm Werte wie Dankbarkeit und Respekt auf und neben dem Platz sind. Zwischen Jubel, Druck und Profialltag spielt für ihn offenbar auch der Glaube eine wichtige Rolle, den er gerne mit Mitspielern und Gegnern teilt. Dass er den Gebetskreis auch bei den kommenden Spielen fortsetzen möchte, zeigt, dass ihm neben dem religiösen Aspekt der Szene auch das persönliche Miteinander über Teamgrenzen hinweg am Herzen liegt.










