"Großer Fehler": Morgan Freeman kritisiert Oscar-Klassiker
Der Klassiker "Miss Daisy und ihr Chauffeur" heimste bei der Oscar-Verleihung im März 1990 gleich vier Akademiepreise ein, darunter die begehrten Trophäen für den besten Film und das beste Drehbuch. Morgan Freeman (89) spielte darin den Chauffeur Hoke, der die eigenwillige ältere Dame Miss Daisy Werthan, gespielt von Jessica Tandy, durch das Atlanta der 40er bis 70er Jahre kutschiert. Für seine Leistung wurde Morgan damals selbst für einen Oscar nominiert. Trotzdem bezeichnete er die Rolle in einem Interview mit The Guardian als "großen Fehler".
Das Problem war für Morgan nicht das ernste Thema des Films, sondern das Bild, das seine Figur vermittelt: das Klischee vom weisen, würdevollen und geduldigen schwarzen Mann. Wie der Schauspieler schilderte, erwarten seither unzählige Menschen von ihm, dass er sich genauso verhalte wie seine Filmfigur – ihnen Ratschläge erteile und bei persönlichen Problemen helfe. Ein Stereotyp, das der Film seiner Meinung nach, trotz guter Absichten, gefestigt habe. "Miss Daisy und ihr Chauffeur" war übrigens nicht nur an den Kinokassen ein riesiger Erfolg und spielte laut Filmstarts fast das Zwanzigfache seines Budgets von 6,5 Millionen Euro ein – auch der von Hans Zimmer (68) komponierte Score gilt bis heute als besonders gelungen.
Morgan hatte die Rolle des Hoke übrigens nicht zum ersten Mal gespielt, als er vor der Filmkamera stand. Bereits auf einer Off-Broadway-Bühne hatte er die Figur aus Alfred Uhrys gleichnamigem Theaterstück verkörpert. Alfred, der für das Bühnenstück den Pulitzerpreis erhalten hatte, schrieb auch das Drehbuch zur Verfilmung und wurde dafür mit dem Oscar für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet. "Miss Daisy und ihr Chauffeur" ist übrigens nicht der einzige Film, den Morgan im Nachhinein bereut – der Schauspieler sprach kürzlich auch über einen anderen Titel, den er am liebsten aus seiner Filmografie streichen würde.










