Technik: Clint Eastwood schwört am Set auf nur einen Take
Clint Eastwood (96) ist nicht nur als Schauspieler eine Hollywood-Ikone, sondern auch als Regisseur für seine unverwechselbare Arbeitsweise bekannt. Sein Markenzeichen am Set: Der erste Take ist oft der einzige. Was für viele Filmemacher undenkbar wäre, ist für die Western-Legende der 1960er-Jahre gelebte Praxis. Dass dieses Prinzip selbst erfahrene Stars ins Schwitzen bringen kann, erlebte der "Good Will Hunting"-Star Matt Damon (55) bei der Zusammenarbeit mit Clint für das Rugbydrama "Invictus" aus dem Jahr 2009 am eigenen Leib – und erzählte davon im Podcast "Conan O'Brien Needs a Friend".
Für seine Rolle als südafrikanischer Rugby-Kapitän Francois Pienaar bereitete Matt sich sechs Monate lang intensiv auf seinen Auftritt vor. Gemeinsam mit Dialektcoach Tim Monich trainierte er von Montag bis Freitag, jeweils den ganzen Tag, einen überzeugenden südafrikanischen Akzent. Am ersten Drehtag erschien er nicht nur mit eingelerntem Text, sondern auch mit mehreren Ideen, wie er die Szene unterschiedlich anlegen könnte – gängige Praxis in Hollywood. Doch nach dem ersten Take erklärte Clint die Szene kurzerhand für abgehakt. Als Matt nach einer weiteren Aufnahme fragte, soll der Regisseur geantwortet haben, warum er denn die Zeit aller verschwenden wolle. Dennoch betonte der "Bourne"-Darsteller im Rückblick ausdrücklich, dass Clint dabei freundlich geblieben sei und keineswegs aggressiv aufgetreten sei. Zudem mache der Filmemacher durchaus Ausnahmen: Bei "Hereafter", dem zweiten gemeinsamen Projekt der beiden, gewährte er einem Kinderdarsteller mehrere Versuche für eine schwierige Szene.
Clints Herangehensweise steht in deutlichem Kontrast zu Regisseuren wie David Fincher (64) oder Stanley Kubrick (†70), die für einzelne Szenen mitunter Dutzende Takes drehten. Der Regisseur selbst erklärte gegenüber dem Magazin Esquire, dass es für ihn keine feste Takezahl gebe. Entscheidend sei einzig, zu erkennen, wann man das habe, was man brauche. Hinter Clints Methode steckt die Überzeugung, dass Szenen möglichst frisch und lebendig wirken sollen – so, als würden die Dialoge in diesem Moment erst entstehen. Viele Wiederholungen hält Clint, der sich laut seinem Sohn Kyle Eastwood (58) nun aus dem Filmgeschäft zurückzieht, dabei für kontraproduktiv.











