Nach Tod von Kinderstars: Melissa Gilbert schlägt Alarm
Nach Tod von Kinderstars: Melissa Gilbert schlägt AlarmGetty ImagesZur Bildergalerie

Nach Tod von Kinderstars: Melissa Gilbert schlägt Alarm

- Mary-Lou Künzel
Lesezeit: 3 min
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Der Tod von gleich drei ehemaligen Kinderstars innerhalb weniger Monate lässt Melissa Gilbert (62) nicht los. In einem Essay, den sie am Samstag auf Substack veröffentlichte, rechnet die Schauspielerin mit den Bedingungen ab, unter denen junge Darstellerinnen in der Unterhaltungsindustrie groß werden. Hayden Panettiere (†36), Michelle Trachtenberg (†39) und Daveigh Chase habe sie kaum oder gar nicht gekannt – Hayden nie persönlich getroffen, mit Michelle und Daveigh nur kurz gearbeitet. Trotzdem gehe ihr der Verlust nahe: "Es fühlt sich persönlich an, weil ich sie war", schreibt sie. Ein zentrales Problem sieht Melissa im vollständigen Verlust der Privatsphäre. Durch Kamerahandys könne heute jeder zum Paparazzo werden, private Momente würden öffentlich gemacht, ausgeschlachtet und verkauft. Dazu komme ein enormer Funktionsdruck: Kinderstars würden als "Soldaten", "Maschinen" und "Profis" bezeichnet und darauf getrimmt, unter allen Umständen abzuliefern. Nein zu sagen, werde ihnen schwer gemacht – wer es tue, gelte schnell als schwierig.

Wie sich dieser Druck anfühlt, weiß die Schauspielerin aus eigener Erfahrung. Als Kind habe sie trotz schwerer Krankheiten, Verletzungen und emotionaler Ausnahmesituationen weitergearbeitet. Dieses antrainierte Funktionieren nennt sie "Doctor Show Syndrome": Betroffene könnten selbst dann noch vor die Kamera treten, wenn es ihnen körperlich oder seelisch miserabel gehe. Besonders geprägt habe sie der Tod ihres Vaters, als sie elf Jahre alt war. Wenige Monate später stand sie wieder für Unsere kleine Farm vor der Kamera. Kein Erwachsener am Set habe mit ihr über den Verlust gesprochen oder ihr kondoliert – aus Sorge, sie könne zu aufgewühlt sein, um zu arbeiten. "Ich war elf, mein Daddy war gerade gestorben, und ich war am Boden zerstört. Gott sei Dank weinte meine Figur in jeder einzelnen Folge. So verdreht das auch klingt, das war meine Therapie. Mein Ventil", erinnert sie sich in ihrem Essay.

Melissa fragt in ihrem Beitrag, warum drei "liebe, unglaublich talentierte, lebensfrohe und vitale junge Frauen" sterben mussten, und sieht in der Häufung ein Warnsignal. Hoffnung schöpfe sie aus Anna Paquins (44) Aufruf an andere frühere Kinderstars, sich bei ähnlichen Problemen an sie zu wenden – für Melissa der mögliche Beginn gegenseitiger Unterstützung. Sie selbst wurde mit zehn Jahren als Laura Ingalls in "Unsere kleine Farm" berühmt und spielte die Rolle von 1974 bis 1983. Mit Daveigh arbeitete sie vor über 20 Jahren einige Tage lang an einem nie ausgestrahlten TV-Piloten. Besonders bewegt sie der Gedanke an Haydens elfjährige Tochter. "Und jetzt weine ich, während ich das tippe, und möchte einfach von den Dächern schreien: 'Genug.'", schließt sie ihren Essay ab.

Melissa Gilbert, Schauspielerin
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Melissa Gilbert, Schauspielerin
Michelle Trachtenberg, Schauspielerin
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Michelle Trachtenberg, Schauspielerin
Daveigh Chase auf der Premiere von "Big Love"
Jason Merritt/Getty Images
Daveigh Chase auf der Premiere von "Big Love"
Hayden Panettiere, Schauspielerin
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Hayden Panettiere, Schauspielerin
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