Tom Gerhardt nennt Thomas-Gottschalk-Kritik "lächerlich"
Wenn es um Thomas Gottschalk (76) geht, scheiden sich bekanntlich die Geister. Einen leidenschaftlichen Verfechter hat der TV-Star nun allerdings in Tom Gerhardt (68) gefunden: Der ehemalige "Hausmeister Krause"-Star stellt sich in der Debatte um vermeintlich unangemessene Berührungen und sexistische Kommentare demonstrativ hinter den langjährigen "Wetten, dass..?"-Moderator. Schon im Podcast "Hafenbar" hatte Tom kürzlich seine männliche Solidarität bekundet und die Kritik an dem Entertainer als "lächerlich" und "heuchlerisch" abgetan. Nun legt er im Gespräch mit der Münchner Abendzeitung nochmals nach und erklärt die Debatte für komplett unverhältnismäßig. Aus seiner Sicht arbeiteten sich die Kritiker völlig grundlos an einem Mann ab, der bald 80 Jahre alt werde.
Die subjektiven Wahrnehmungen der Betroffenen wolle er dennoch nicht kleinreden: "Es ist natürlich ihr Recht, sich so gefühlt zu haben, wie sie sich denn gefühlt haben. Trotz Bussi-Bussi mit Tommy vor und nach der Show." Auch dass Frauen in der Unterhaltungsbranche damals "gerne mal reduziert wurden auf ihr Aussehen und ihre 'Sexyness'", räumt Tom ein. Doch statt diesen Befund als Ausgangspunkt für eine kritische Reflexion über Machtstrukturen zu nutzen, verrennt sich Tom offenbar ganz unbemerkt in klassischem Whataboutism: "Wenn du die Zeit hast, dich so ausgiebig um alte Sendungen von Gottschalk zu kümmern, warum stehst du nicht erst mal auf für die wirklich knallharten, realen, physischen Torturen, denen Frauen in Ländern wie Afghanistan oder dem Iran ausgesetzt sind?"
Anlass für Toms Statement war die Kinodokumentation "Was haben wir gelacht", in der unter anderem Esther Schweins (56) und Hella von Sinnen (67) das damalige Gebaren männlicher Fernsehgrößen thematisierten. Mittelpunkt der Kontroverse war vor allem der Rückblick von Esther auf ihren "Wetten, dass..?"-Auftritt im Jahr 1996. Die Schauspielerin schilderte in der Dokumentation eindrücklich, wie sehr sie sich in der damaligen Situation unwohl und bedrängt gefühlt habe. Archivaufnahmen zeigen, wie Thomas sie an der Hand zur Couch führte, wiederholt körperliche Nähe suchte und sexualisierende Kommentare über sie vorlas. Dass Esther damals schlicht zu eingeschüchtert war, um ihr Unbehagen auf dem berühmtesten Sofa der Republik lautstark zu artikulieren, wird von Kritikern als Ausdruck des tief verankerten Machtgefälles jener TV-Ära.









