Ex-Mitarbeiterin des Jugendamts sagt im Block-Prozess aus

Ex-Mitarbeiterin des Jugendamts sagt im Block-Prozess aus

- Carina Bukenberger
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Am ersten Prozesstag im neuen Jahr stand im Block-Verfahren die lange Vorgeschichte der Entführung im Fokus. Vor dem Landgericht sagte jetzt eine frühere Mitarbeiterin des Hamburger Jugendamts aus, die ab Frühjahr 2021 rund zwei Jahre für den Fall zuständig war. Bereits bei der Übergabe der Akte durch eine Kollegin sei von einem "hochstrittigen" Fall die Rede gewesen, erklärte die 43-Jährige und betonte, bis zum Sommer 2021 nie von Gewaltvorwürfen gegen Christina Block (52) gehört zu haben. Umso überraschender sei es gewesen, dass die Kinder nach einem Wochenendbesuch beim Vater, Stephan Hensel, in Dänemark nicht zurückkehrten. "Von einem auf den anderen Tag sind Tatsachen geschaffen worden", so die ehemalige Jugendamtsangestellte laut Kurier.

Der Vater habe den Verbleib der Kinder damals mit Gewaltvorwürfen begründet, die diese gegen ihre Mutter erhoben hätten. Christina, die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block (85), bestreitet das jedoch vehement. Wenige Wochen zuvor war die älteste Tochter freiwillig zum Vater gezogen. Die damals 15-Jährige habe dem Jugendamt geschildert, dass ihr die Mutter zu viele Vorgaben mache und sie sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühle, so die Zeugin. Unter anderem habe die Jugendliche aufgrund gesundheitlicher Bedenken von Christina kein Deo benutzen dürfen. Vorwürfe zu körperlicher Gewalt habe die Tochter jedoch ausdrücklich nicht geäußert.

Christina wird im aktuellen Prozess vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden Kinder im Alter von damals 10 und 13 Jahren organisiert zu haben. Konkret soll sie eine Sicherheitsfirma beauftragt haben, die Kinder am Wohnort ihres Vaters in Dänemark abzuholen und nach Deutschland zu bringen. Ziel war offenbar, die Kleinen vom Vater zu trennen und zu ihr zurückzuführen, was die 52-Jährige aber bis heute bestreitet. Der Fall wird vor dem Landgericht in Hamburg verhandelt, wobei auch sechs weitere Angeklagte involviert sind. Neben der mutmaßlichen Planung der Entführung geht es dabei um die Frage, ob durch Christinas Vorgehen das Kindeswohl gefährdet wurde und wie die Verantwortung zwischen den Beteiligten verteilt ist.

Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott im Landgericht Hamburg, dahinter Gerhard Delling, vor Fortsetzung des Prozesses am 8. Januar 2026
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Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott im Landgericht Hamburg, dahinter Gerhard Delling, vor Fortsetzung des Prozesses am 8. Januar 2026
Eugen Block mit seiner Tochter Christina Block beim Neujahrsempfang "Punsch unterm Dach" im Hotel Grand Elysée Hamburg 2026
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Eugen Block mit seiner Tochter Christina Block beim Neujahrsempfang "Punsch unterm Dach" im Hotel Grand Elysée Hamburg 2026
Christina Block mit ihrem damaligen Partner Stephan Hensel und den Töchtern Greta und Johanna
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Christina Block mit ihrem damaligen Partner Stephan Hensel und den Töchtern Greta und Johanna
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