Christina Block wehrt sich vor Gericht gegen Zeugenaussagen

Christina Block wehrt sich vor Gericht gegen Zeugenaussagen

- Anja-Stine Andresen
Lesezeit: 2 min

Christina Block (52) steht weiterhin vor Gericht. Am 43. Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess gegen die Hamburger Steakhouse-Erbin kam es laut Tag24 zu heftigen Auseinandersetzungen über die Aussagen einer Nachbarin. Die Zeugin hatte geschildert, sie habe beobachtet, wie Christinas Sohn Theo weinend im Regen vor dem Haus gestanden habe, während seine Mutter einfach weggefahren sei. Die Unternehmerin wies die Vorwürfe vor Gericht vehement zurück. "Niemals hätte ich meinen Theo ohne Schuhe an der Straße stehen lassen. Das ist vollkommen absurd", erklärte die 52-Jährige vor der Kammer. Sie finde es zudem "befremdlich", derart genau beobachtet worden zu sein – zumal es eine "erhebliche Distanz" zwischen den beiden Häusern gebe.

Die Nachbarin, die nur mit dem Buchstaben D. benannt wurde, hatte weitere Details aus ihren Beobachtungen geschildert. Sie habe kein besonders enges Verhältnis zu Christina gehabt, erklärte die Zeugin. "Man hat sich mal gesehen, man hat sich mal gegrüßt, aber mehr auch nicht", behauptete sie vor Gericht. Die Angeklagte habe nicht den Eindruck gemacht, als habe sie engen Kontakt gewollt. Christinas Anwalt Bott zeigte sich wenig beeindruckt von den Schilderungen. Die Ausführungen der Zeugin seien "sehr dünn" und "nichtssagend". Dass die Kinder glücklich bei ihrer Mutter gelebt hätten, sei durch mehrere Behörden bestätigt worden, betonte der Jurist. Die Kammer entschied außerdem, die Aussagen der Kinder Theo und Klara in eine Selbstleseliste aufzunehmen, sodass diese nicht laut im Saal verlesen werden.

Der Prozess gegen Christina beschäftigt die Gerichte bereits seit Monaten. Im Zentrum des Verfahrens stehen die beiden jüngeren Kinder der Unternehmerin aus ihrer Beziehung mit Ex-Partner Stephan Hensel. Im Sorgerechtsstreit hatte Christina zuletzt eine Niederlage erlitten – im Februar lehnte der Prozessbewilligungsausschuss in Kopenhagen ihre Berufung ab. Der Oberste Gerichtshof in Dänemark bestätigte damit das Urteil, dass Stephan das alleinige Sorgerecht erhält und die Kinder bei ihm in Dänemark bleiben. Christina wurde nicht nur das Sorgerecht, sondern auch ein Umgangsrecht verwehrt. Neben der Hamburger Geschäftsfrau steht auch der Israeli Tal S. vor Gericht. Laut seinem Verteidiger habe sein Mandant keine Kenntnis darüber gehabt, dass die Kinder nicht zurück zu ihrer Mutter wollten.

Christina Block im September 2025 vor Gericht
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Christina Block im September 2025 vor Gericht
Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott im Landgericht Hamburg, dahinter Gerhard Delling, vor Fortsetzung des Prozesses am 8. Januar 2026
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Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott im Landgericht Hamburg, dahinter Gerhard Delling, vor Fortsetzung des Prozesses am 8. Januar 2026
Christina Block mit ihrem damaligen Partner Stephan Hensel und den Töchtern Greta und Johanna
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Christina Block mit ihrem damaligen Partner Stephan Hensel und den Töchtern Greta und Johanna