Jürgen Klopp bricht Interview wegen Schweinsteiger-Frage ab

Jürgen Klopp bricht Interview wegen Schweinsteiger-Frage ab

- Lisa Federschmidt
Lesezeit: 2 min
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Jürgen Klopp (59) sorgt beim WM-Trubel in New York für einen unerwarteten Eklat: Der MagentaTV-Experte bricht ein Interview mit der Deutschen Welle abrupt ab, nachdem er auf Bastian Schweinsteiger (41) und dessen umstrittene TV-Analyse angesprochen wird. Während die Journalistin ihre Frage zu den Aussagen des ARD-Experten zur Elfenbeinküste noch formuliert, fällt Jürgen ihr genervt ins Wort und macht klar, dass er dieses Thema nicht weiter vertiefen will. Vor laufender Kamera entscheidet sich der frühere Liverpool- und Dortmund-Trainer dann, das Gespräch zu beenden – inklusive eines sarkastischen Seitenhiebs auf den Sender der Reporterin.

Auslöser des ganzen Wirbels ist Bastians Einordnung des Auftritts der Elfenbeinküste beim deutschen WM-Spiel. Im Ersten hatte der Weltmeister von 2014 die Spielweise des Teams unter anderem als "wild", "unorthodox" und "nicht ganz so taktisch" beschrieben und von "afrikanischem Fußball" gesprochen. In den sozialen Netzwerken entbrannte daraufhin eine heftige Diskussion: Bastian wurde vorgeworfen, Klischees zu bedienen und afrikanischen Mannschaften pauschal ein geringeres taktisches Niveau zu unterstellen. Der Journalist und Autor Philipp Awounou ging im Spiegel in die Tiefe und erinnerte daran, dass schwarze Menschen afrikanischer Herkunft historisch mit Begriffen wie "wild" oder "unorthodox" als unzivilisiert und andersartig stigmatisiert worden seien. Gleichzeitig stellte er klar, dass er Bastian nicht für einen Rassisten halte, die Wortwahl aber als "problematisch" sehe.

In genau diese Debatte wollte Jürgen sich nicht hineinziehen lassen. "Nein, nein, ich habe keine Chance, diese Frage so zu beantworten, dass es allen gefällt. Sie bringen mich damit in eine Zwickmühle", erklärte der Fußballtrainer laut Deutsche Welle und betonte, es handele sich um ein sehr ernstes Thema, bei dem er unsicher sei, was überhaupt angemessen sei. "Für Afrikaner ist es das eine, für andere wieder etwas anderes. Und ich bin nicht hier, um zu sagen, was richtig ist", erklärte er. Zum Abschluss blickte Jürgen auf das Mikrofon der Reporterin, bemerkte das Logo der Deutschen Welle und sagte süffisant: "Und überraschenderweise sind Sie deutsch. Das überrascht mich so sehr", bevor er sich mit übertrieben freundlichem Lächeln bedankte und davonlief.

Collage: Jürgen Klopp und Bastian Schweinsteiger
Collage: Getty Images, Getty Images
Collage: Jürgen Klopp und Bastian Schweinsteiger
Thomas Müller und Jürgen Klopp bei der Team-Präsentation von MagentaTV zur Fußball-WM 2026
Getty Images
Thomas Müller und Jürgen Klopp bei der Team-Präsentation von MagentaTV zur Fußball-WM 2026
Bastian Schweinsteiger und Esther Sedlaczek, März 2025
IMAGO / ActionPictures
Bastian Schweinsteiger und Esther Sedlaczek, März 2025
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