Tränen in Norwegen: So lief Prinzessin Astrids Beerdigung ab
Heute hat Norwegen Prinzessin Astrid (†94) die letzte Ehre erwiesen: Von der Ris-Kirche in Oslo aus wurde die Schwester des verstorbenen Königs Harald (†89) beigesetzt. König Haakon (53) und Königin Mette-Marit (53) kamen gemeinsam mit Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) und Königinmutter Sonja (89) zu der Trauerfeier. Wie das norwegische Königshaus berichtet, nahmen auch Vertreter der Staatsgewalt, Abgesandte anderer europäischer Königshäuser und Repräsentanten jener Organisationen, für die Astrid die Schirmherrschaft übernommen hatte, Abschied. In der Kirche bot sich den Trauergästen ein besonders feierliches Bild: Astrids Bahre war mit der norwegischen Flagge bedeckt. Zu beiden Seiten hielten zwei Gardisten regungslos Ehrenwache und sorgten damit für einen würdevollen Empfang. Der Sarg stand damit im Mittelpunkt einer Zeremonie, die an das jahrzehntelange öffentliche Wirken der Prinzessin erinnerte.
Mit dem geistlichen Stück "Pie Jesu" wurde der Trauergottesdienst eröffnet. Vorgetragen wurde das Stück vom Knabenchor Sølvguttene gemeinsam mit der Sängerin Sissel Kyrkjebø. Beide gestalteten auch den weiteren Verlauf der Zeremonie musikalisch und begleiteten die Trauergemeinde durch den Gottesdienst. Geleitet wurde der Gottesdienst von Gemeindepfarrer Paul Erik Wirgenes und der Osloer Bischöfin Sunniva Gylver. Neben den Angehörigen und royalen Gästen nahm auch Finanzminister Jens Stoltenberg als Vertreter der norwegischen Regierung an der Beisetzung teil. Er trat in der Kirche ans Rednerpult und hielt eine Gedenkrede, in der er den jahrzehntelangen Einsatz der Prinzessin für Norwegen würdigte. Die sorgfältig ausgewählte Musik, die kirchlichen Beiträge und die offizielle Ansprache gaben der Trauerfeier ihren Rahmen. Zugleich spiegelte die Anwesenheit von Repräsentanten aus Staat, Adel und Astrids Schirmherrschaften wider, wie viele öffentliche Bereiche die verstorbene Prinzessin während ihres langen Lebens begleitet hatte.
Prinzessin Astrid war am 11. September im Alter von 94 Jahren im Rikshospitalet gestorben. Ihr Tod kam für die norwegische Königsfamilie zu einem Zeitpunkt, an dem diese ohnehin bereits in Trauer war: Nur zwei Tage zuvor hatte sie ihren jüngeren Bruder König Harald beigesetzt. Astrid hatte sich bis zuletzt um Harald gekümmert und ihm besonders in dessen letztem Lebensabschnitt zur Seite gestanden. Mit der Zeremonie in der Ris-Kirche musste die Königsfamilie somit innerhalb kürzester Zeit einen weiteren nahen Angehörigen verabschieden. Für Königinmutter Sonja, König Haakon, Königin Mette-Marit und Kronprinzessin Ingrid Alexandra war es bereits der zweite Trauergottesdienst innerhalb von zwei Wochen. Astrids Beisetzung stand deshalb nicht nur im Zeichen ihres eigenen jahrzehntelangen Wirkens. Sie bildete zugleich den nächsten schweren Moment in einer außergewöhnlich kurzen Folge von Verlusten für das norwegische Königshaus.























