Charity-Verbot aufgehoben: Naomi Campbell siegt vor Gericht
Naomi Campbell (56) hat im Streit um ihr fünfjähriges Tätigkeitsverbot im britischen Wohltätigkeitssektor einen juristischen Erfolg gefeiert. Wie die BBC berichtet, hob ein Gericht die 2024 verhängte Sanktion nun auf. Die Entscheidung sei damals fehlerhaft gewesen. Im Zentrum des Verfahrens steht Fashion For Relief, eine 2005 von dem Supermodel gegründete Organisation, in deren Vorstand sie saß. Die Richter kamen nun zu dem Ergebnis, dass Naomi an den schwerwiegendsten Pflichtverstößen weder beteiligt gewesen sei noch etwas davon geahnt habe. Im Berufungsverfahren hatte die Britin betont, ihr "einziger Fehler" sei das Vertrauen in ihre damalige Vorstandskollegin Bianka Hellmich gewesen. Naomi wirft Bianka vor, ihre Unterschrift auf wichtigen Unterlagen gefälscht zu haben.
Die britische Aufsichtsbehörde Charity Commission hatte Fashion For Relief zuvor schwere Versäumnisse vorgeworfen. Nach deren Ermittlungen flossen zwischen April 2016 und Juli 2022 gerade mal 8,5 Prozent der gesamten Ausgaben in wohltätige Zuwendungen. Hunderttausende Pfund, die für Hilfsprojekte bestimmt gewesen sein sollen, seien stattdessen unter anderem für Luxushotels, Spabehandlungen und Zigaretten ausgegeben worden. Auch die Kosten für Naomis persönliche Sicherheitskräfte sollen aus diesen Geldern bezahlt worden sein. Neben dem Model erhielten Bianka Hellmich und das weitere Vorstandsmitglied Veronica Chou ebenfalls Tätigkeitsverbote. Bianka wurde sogar für neun Jahre von entsprechenden Aufgaben bei Wohltätigkeitsorganisationen ausgeschlossen. Sie weist die gegen sie erhobenen Vorwürfe weiterhin vollständig zurück und reagierte laut BBC nicht auf eine aktuelle Anfrage des Senders. Bereits im April hatte sie Naomis Darstellung gegenüber der Financial Times scharf kritisiert.
Die Schilderung des Models sei "sorgfältig darauf zugeschnitten, sich selbst als Opfer darzustellen", erklärte Bianka damals. Nach der Entscheidung zeigte sich Naomi hingegen nun erleichtert und dankte den Richtern. Gegenüber der BBC machte sie deutlich, wie sehr sie die Zweifel an ihrem sozialen Engagement getroffen hätten: "Etwas zurückzugeben war schon immer ein Teil von mir. Deshalb hat es sehr wehgetan, dass daran Zweifel gesät wurden." Der aktuelle Fall rund um Naomi rückt aber auch ein anderes Thema wieder ins Licht: Naomis früheren Kontakt zu Jeffrey Epstein (†66). Vor acht Monaten hatte die New York Times über neu veröffentlichte Ermittlungsunterlagen berichtet, in denen Naomi in E-Mails, Kontaktlisten und Terminabsprachen auftauchte.

























