Die internationale Filmbranche trauert um Sebastián Lelio (†52): Der chilenische Regisseur und Oscar-Preisträger ist am 6. November 2026 im Alter von 52 Jahren verstorben. Wie Diario Uchile meldete, wurde der Filmemacher am Freitag leblos in seinem Haus aufgefunden. Seine Partnerin, die Schauspielerin Amalia Kassai, bestätigte den Todesfall wenig später in einem Beitrag auf Instagram und nannte gesundheitliche Gründe als Ursache. Nähere Einzelheiten gaben weder die Angehörigen noch das Umfeld bekannt. Sebastián sorgte 2017 mit dem Drama "Eine fantastische Frau" für weltweites Aufsehen. Bei der Verleihung im darauffolgenden Jahr wurde das Werk als bester fremdsprachiger Film mit dem Oscar ausgezeichnet – ein historischer Erfolg für das chilenische Kino. Neben der begehrten Auszeichnung hinterlässt der Regisseur ein vielschichtiges Gesamtwerk, das weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus Beachtung fand.
In ihrem Post fand Amalia bewegende Worte für ihren verstorbenen Partner: "Mit großer Trauer geben wir bekannt, dass der Filmemacher Sebastián Lelio aus gesundheitlichen Gründen gestorben ist. Wir durchleben eine sehr schmerzhafte Zeit, und die Erinnerung an ihn wird uns für immer begleiten." Zugleich bat die Familie darum, ihre Privatsphäre in dieser Phase zu respektieren. Mit "Eine fantastische Frau" schuf Sebastián ein Werk von großer gesellschaftlicher Relevanz: Das Drama um eine Transfrau, gespielt von Daniela Vega, die nach dem Tod ihres Lebensgefährten gegen Vorurteile und die Ablehnung durch dessen Familie kämpft, wurde unter anderem mit dem Independent Spirit Award ausgezeichnet. Wie Variety hervorhob, trug der Film in Chile maßgeblich dazu bei, die Debatte über die rechtliche Anerkennung und die Rechte von Transpersonen in den öffentlichen Fokus zu rücken. Sebastiáns Schaffen zeichnete sich dabei konsequent durch ein feines Gespür für komplexe Frauenfiguren und gesellschaftliche Randthemen aus.
Geboren in Argentinien, wuchs Sebastián in Chile auf, wo er auch seine Laufbahn als Regisseur und Drehbuchautor begann. Im Laufe seiner Karriere etablierte er sich ebenso in Hollywood, wo er renommierte Produktionen mit internationaler Besetzung realisierte. So inszenierte er mit "Gloria Bell" 2018 eine englischsprachige Neufassung seines eigenen chilenischen Erfolgsfilms "Gloria" aus dem Jahr 2013, besetzt mit Julianne Moore (65) und John Turturro. Für das Drama "Disobedience", das von der verbotenen Liebe zweier Frauen in einer orthodox-jüdischen Gemeinde erzählt, verpflichtete er 2017 Rachel Weisz (56) und Rachel McAdams (47). Bis zuletzt stand der Filmemacher mitten im Schaffen: Laut Variety arbeitete Lelio vor seinem Tod an der Adaption des Romans "Chilean Poet" von Alejandro Zambra.



















