Warum finden Menschen Olympische Spiele so faszinierend? Wegen solch emotionaler Momente, wie ihn die Zuschauer im Halbfinale des 5.000-Meter-Laufs der Frauen erleben durften.

Die Läuferinnen Nikky Hamblin (l.) und Abbey D'Agostino
Ian Walton / Staff (Getty)
Die Läuferinnen Nikky Hamblin (l.) und Abbey D'Agostino

Was war passiert? Die Neuseeländerin Nikki Hamblin war 4,5 Runden vor Schluss mitten im Pulk der Läuferinnen gestürzt und hatte die US-Amerikanerin Abbey D'Agostino mitgerissen, die sich am Knie verletzte. D'Agostino half Hamblin hoch und setzte ihren Lauf zunächst fort. Doch D'Agostinos Schmerzen im Knie wurden zu stark. Daher drehte Hamblin ihrerseits um, kümmerte sich um die Amerikanerin und sorgte dafür, dass sie das Rennen fortsetzen konnte. Gemeinsam beendeten sie den Wettkampf, auch wenn Abbey vor Schmerzen kaum laufen konnte. Während des Rennens wurden aus den Kontrahentinnen Freundinnen fürs Leben. Nikki Hamblin war tief bewegt von der Geste ihrer Konkurrentin: "Ich bin so dankbar für das, was Abbey getan hat. Dieses Mädchen trägt den Olympischen Geist in sich. Ich habe sie vorher nie getroffen und dann so etwas. Ist das nicht großartig? Ich werde das bis ans Ende meines Lebens nicht vergessen." Das wird niemand, der diesen großen Olympia-Moment live verfolgen durfte.

Die Olympioniken Nikki Hamblin und Abbey D'Agostino
Patrick Smith / Staff (Getty)
Die Olympioniken Nikki Hamblin und Abbey D'Agostino

Auch die Rennleitung belohnte den Einsatz von Hamblin und D'Agostino. Beide Läuferinnen dürfen am Freitag im Endlauf starten. Es ist allerdings noch offen, ob die junge Abbey bis dahin wieder fit ist.

Olympia-Stars: Abbey D'Agostino (l.) und Nikki Hamblin
Patrick Smith / Staff (Getty)
Olympia-Stars: Abbey D'Agostino (l.) und Nikki Hamblin

Für wen Olympia doppelt schön war, seht ihr im Clip am Ende des Artikels!