

"Es bringt mich um": Bond-Girl Ursula Andress verklagt Toten
Filmlegende Ursula Andress (89) durchlebt schwierige Zeiten: Das frühere Bond-Girl hat Strafanzeige gegen ihren mittlerweile verstorbenen Vermögensverwalter Eric Freymond eingereicht, weil sie sich um ein Millionenvermögen betrogen fühlt. Über Jahre hinweg sollen laut Ermittlungsunterlagen rund 19 Millionen Euro verschwunden sein, ohne dass die Schauspielerin davon wusste. "Dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist unerträglich – es bringt mich um", schildert Ursula ihre aktuelle Lage. Die mutmaßlichen Betrügereien reichen bis ins Frühjahr 2024 zurück, doch bahnte sich das Unglück offenbar bereits lange vorher an: "Man hat mich gezielt als Opfer ausgewählt. [...] Acht Jahre lang wurde ich umgarnt und umworben", erklärt Ursula im Interview mit Blick und betont: "Sie haben mich skrupellos angelogen und mein Wohlwollen ausgenutzt, um mir alles zu nehmen – dabei spekulierten sie auf mein Alter."
Im Zentrum der Ermittlungen steht nun der Vorwurf, dass Eric Ursulas Vermögen ohne ihr Einverständnis für Kunstkäufe und zweifelhafte Aktiengeschäfte eingesetzt haben soll. Laut Blick wurde unter anderem ein hoher Betrag von ihrem Konto bei der Bank Lombard Odier auf ein Konto der Waadtländer Notariatsvereinigung überwiesen, von wo aus ein beteiligter Notar Kunstwerke erwarb, die Erics Ehefrau gehörten. Die Schauspielerin soll nun auf dem Papier eine Sammlung zeitgenössischer Kunst im Millionenwert besitzen, deren Standort und tatsächlicher Wert unklar sind – gesehen hat sie die Werke nach eigenen Angaben nie. Parallel dazu floss weiteres Geld offenbar in riskante oder wertlose Aktien, was den Schaden zusätzlich in die Höhe trieb. "Im Rahmen eines Betrugssystems außergewöhnlichen Ausmaßes und außergewöhnlicher Komplexität [...] wurde ihr ein Großteil ihres Vermögens entzogen", heißt es in einer offiziellen Erklärung ihres Managements, das betont, dass die Waadtländer Justiz alle Manipulationen vollständig aufklären soll.
Für Ursula ist der Fall auch eine persönliche Erschütterung. Die 89-Jährige, die mit ihrem Bikini-Auftritt in "James Bond – 007 jagt Dr. No" an der Seite des inzwischen verstorbenen Schauspielers Sean Connery weltberühmt wurde, beschreibt, wie sehr sie die Vorgänge belasten: Schlaflose Nächte, Angstzustände und Wutausbrüche begleiten sie in letzter Zeit durchgehend. Sie verweist darauf, immer bescheiden und geerdet gelebt zu haben, geprägt von den Werten ihrer Heimat Ostermundigen, wo sie aufwuchs und sich ein einfaches, strukturiertes Leben aneignete. "Wie alle Schweizerinnen und Schweizer habe ich mein Leben lang viel gearbeitet und mein Geld immer gespart", sagt die Schauspielerin, die sich eigentlich auf ruhige, gelassene Jahre gefreut hatte. Stattdessen muss die einstige Leinwand-Ikone nun mit Anwälten und Ermittlern klären lassen, wie ihr Erspartes verschwinden konnte und wer dafür letztlich zur Verantwortung gezogen werden kann.





