Vandalismus: Ferran-Torres-Wandgemälde in Barcelona zerstört
Kaum war es fertig, wurde es schon wieder zerstört: Ein Wandgemälde des spanischen Fußballstars Ferran Torres (26) im Barceloneser Stadtteil Gràcia wurde keine 24 Stunden nach seiner Fertigstellung von Unbekannten übermalt. Das Bild an der Plaça d'en Joanic zeigte den Barça-Stürmer im Nationaltrikot beim Küssen des WM-Pokals – eine Hommage an sein entscheidendes Tor im WM-Finale gegen Argentinien. Die Täter übermalten das Bild großflächig mit weißer Farbe und hinterließen dazu den Hass-Schriftzug "Puta Espanya" – sinngemäß "Scheiß Spanien". Ergänzt wurde die Schmiererei durch die Forderung nach eigenen katalanischen Nationalmannschaften, wie das Schweizer Medium 20 Minuten berichtet.
Hinter dem zerstörten Kunstwerk des Profi-Fußballers Ferran steckt der renommierte Street-Art-Künstler Salvatore Benintende, der unter dem Namen TVBoy bekannt ist und auch als der Banksy von Barcelona bezeichnet wird. Auf Social Media teilte er ein Video, das einen vermummten Täter bei der Zerstörung zeigt und ließ sich davon keineswegs einschüchtern. "Ich werde weitermalen. Ihr macht mir keine Angst", schrieb er in Richtung der Vandalen. Als Reinigungskräfte begannen, die Schmierereien zu entfernen, kommentierte er ein Foto davon trocken: "Danke, dass ihr die Fassade für das nächste Wandbild vorbereitet." Das Wandgemälde von Ferran ist übrigens nicht das einzige, das in Barcelona zuletzt Opfer von Vandalismus wurde – schon zuvor traf es ein Mural mit Lionel Messi (39) und Lamine Yamal (19).
Dass das Wandgemälde ausgerechnet in Gràcia angefeindet wurde, kommt nicht von ungefähr. Das Viertel gilt als Hochburg von Künstlern, Punks und engagierten Befürwortern der katalanischen Unabhängigkeit. Zusätzlich hatte Ferran selbst im Vorfeld für Aufregung gesorgt: Bei den Feierlichkeiten der Nationalmannschaft in Madrid trug der Fußballer eine rote Kappe mit dem Aufdruck "Make Spain Great Again" – eine Anspielung auf den Wahlkampf-Slogan von Donald Trump. Während manche die Aktion als harmlosen Scherz abtaten, löste sie in katalanischen und regierungskritischen Kreisen heftige politische Diskussionen aus.








