Shania Twain war bei riskanter Halsoperation hellwach
Shania Twain (60) hat noch immer genaue Erinnerungen an den wohl riskantesten Moment ihrer Karriere: 2018 legte sich die Sängerin für ihre Stimme unters Messer – und musste dabei bei vollem Bewusstsein bleiben. Gegenüber OK! sprach sie jetzt über den Eingriff, den sie im Zusammenhang mit ihrer Unterstützung für Jon Bon Jovi (64) thematisierte. Vor der Operation habe sie ihre Stimme kaum noch richtig projizieren können. Ein Karriereende kam für sie aber nicht infrage, also entschied sie sich für die offene Halsoperation. "Die Operation war beklemmend; es ist eine offene Halsoperation, und man muss während der Operation wach sein", erinnerte sich die Musikerin an die Stunden im OP-Saal. Der Eingriff sollte ihr das zurückgeben, was sie über Jahre hinweg fast vollständig verloren hatte – die Fähigkeit, einen Ton zu halten und ein komplettes Konzert zu singen.
Der Grund für ihre Probleme lag Jahre zurück: 2003 wurde Shania beim Reiten von einer Zecke gebissen und erkrankte an Lyme-Borreliose. Die Folge waren Nervenschäden am Kehlkopf, ihre Stimmbänder konnten sich mit der Zeit nicht mehr richtig schließen. Ärzte setzten schließlich Gore-Tex-Stäbchen ein, um die Stimmbänder zu stabilisieren. "Man muss mutig sein, und man muss eine Entscheidung treffen. Entweder singe ich nie wieder, ich werde niemals anderthalb oder zwei Stunden live singen können, oder ich lasse mich operieren und gehe das Risiko einfach ein. Was habe ich zu verlieren?", schilderte sie gegenüber American Songwriter. Nach dem Eingriff durfte sie drei Wochen lang kein Wort sprechen. Ihre Stimme klang danach rauer, bestimmte Töne und Tonlagen musste sie sich komplett neu erarbeiten. Heute kann sie wieder kraftvoll singen und veröffentlichte die Alben "Queen of Me" und "Little Miss Twain". "Sie ist anders, ich nehme das an. Ich bin dankbar, dass ich singen kann, dass ich einen Ton halten kann, und ich kann es laut tun und laut und stolz sein", so die Sängerin gegenüber OK!.
Ihre Erfahrungen gab die Kanadierin später an Jon Bon Jovi weiter. Der Rocksänger kämpfte ebenfalls mit Problemen an den Kehlkopfnerven und stand vor einer ähnlichen Entscheidung. Shania ersparte ihm dabei auch die unangenehmen Details nicht, damit er genau wusste, was ihn erwarten würde. 2022 unterzog sich Jon einer Stimmband-Medialisierung, an die sich eine langwierige Rehabilitation anschloss. Nach seiner Genesung zeigte er sich gegenüber ABC "dankbar", wieder auf der Bühne stehen zu können. Bei der MusiCares-Gala "Person of the Year" ehrte ihn die Musikerin 2024 mit einer Darbietung seines Songs "Bed of Roses". Der Kampf um ihre Stimme war allerdings nur einer von vielen Einschnitten in Shanias Leben: Sie wuchs in Armut und mit Gewalt auf, verlor mit 22 Jahren ihre Mutter Sharon und ihren Stiefvater Jerry bei einem Autounfall und durchlebte später eine viel beachtete Scheidung. Heute beschreibt sie sich trotz dieser Rückschläge als selbstbestimmter denn je.









