Dieser Brief ihres Vaters bewegt Margot Hellwig bis heute
Ein letzter Brief ihres Vaters berührt Margot Hellwig (85) bis heute. Kurz nach ihrem 85. Geburtstag blickte die Volksmusikikone bei einem Besuch von Schlager.de in ihrem Münchner Zuhause auf ihren bewegenden Lebensanfang zurück. Wenige Zeit vor Margots Geburt am 5. Juli 1941 schrieb ihr leiblicher Vater Joseph Fischer seiner Schwester aus dem Krieg. Darin hielt er einen besonders innigen Wunsch fest: "Hoffentlich wird es ein Mädchen, damit es nie in einen Krieg muss." Der Wunsch ging in Erfüllung – doch Joseph sollte seine Tochter nie kennenlernen. Nur wenige Wochen nach Margots Geburt fiel er als Soldat in Russland. Immerhin erreichten ihn drei Tage vor seinem Tod noch ein Foto des Neugeborenen und eine Haarsträhne seines Kindes. So wusste Joseph noch, dass sich sein großer Wunsch erfüllt hatte, bevor er ums Leben kam.
Margot weiß aus den überlieferten Erinnerungen, wie wichtig ihrem Vater die Geburt einer Tochter gewesen war. "Er hatte sich so sehr eine Tochter gewünscht", erklärt die Sängerin gegenüber Schlager.de. Dass er sich für sein Kind ausgerechnet ein Leben ohne Krieg erhoffte, erklärt sie sich mit dem, was er an der Front erleben musste. "Er war im Krieg, hatte so viel Elend gesehen, das muss schlimm gewesen sein", schildert Margot. Mehr als Erzählungen, den Brief und persönliche Erinnerungsstücke blieben ihr von Joseph nicht, da sie selbst noch ein Säugling war, als er starb. In ihrem Wohnzimmer hängen und stehen zahlreiche Fotografien, die an geliebte Menschen und glückliche Momente erinnern – aber eben auch an schmerzhafte Verluste. Die Geschichte ihres Vaters nimmt dabei einen besonderen Platz ein: Obwohl Margot ihm nie begegnen konnte, begleitet sie sein letzter Wunsch bis heute.
Nach Josephs Tod stand Margots Mutter Maria Hellwig allein da. Sie kümmerte sich nicht nur um ihre kleine Tochter Margot, sondern auch um ihre eigene Mutter. Angebote für ein neues Leben habe es durchaus gegeben, erinnert sich Margot. Doch diese wären mit schmerzhaften Bedingungen verbunden gewesen. "Sie hätte sich noch ein paar Mal verheiraten können – aber dann ohne Kind und ohne Mutter. Doch die Mama hat uns nie im Stich gelassen. Das habe ich ihr bis ans Lebensende immer gedankt", betont sie gegenüber Schlager.de. Später heiratete Maria ihren zweiten Mann Addi, der für Margot zu einer wichtigen Vaterfigur wurde: "Wir sind sehr gut miteinander ausgekommen", erzählt sie. Addi gab der Familie Halt, produzierte Mutter und Tochter später als Volksmusikduo und war laut Margot außerdem "der beste Großvater der Welt". Ihre Kinder und Enkel bezeichnet Margot heute als ihren größten Schatz – auch deren Fotos haben in ihrem Zuhause einen festen Platz.
























