Die deutsche Kinderbuchwelt trauert: Janosch ist jetzt im Alter von 95 Jahren gestorben. Der Autor und Illustrator, der mit bürgerlichem Namen Horst Eckert hieß, starb am Dienstag auf Teneriffa. Auf der Kanareninsel hatte er seit den Achtzigerjahren abseits der Öffentlichkeit gelebt. Die Nachricht von seinem Tod bestätigte sein Tübinger Verleger Bernhard Feil gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Er berief sich dabei auf Janoschs Ehefrau. Seit den Siebzigerjahren begleitete der Künstler mit seinen Geschichten mehrere Generationen von Kindern und Eltern. Vor allem mit dem Klassiker "Oh, wie schön ist Panama" und seinen Figuren Tiger, Bär und Tigerente wurde er weit über Deutschland hinaus berühmt. Seine Bücher erschienen in rund 40 Sprachen und verkauften sich millionenfach. Die gezeichneten Helden aus seiner Feder stehen für Freundschaft, Mut und ein großes Herz – Werte, die seine Werke über Jahrzehnte hinweg begleiteten.
Seinen Durchbruch als Kinderbuchautor und Illustrator feierte Janosch im Jahr 1978 mit "Oh, wie schön ist Panama". In der Geschichte machen sich Tiger und Bär auf die Suche nach ihrem persönlichen Sehnsuchtsort. Am Ende erkennen sie diesen im eigenen, frisch gestrichenen Zuhause wieder. Zu den bekanntesten Werken des Zeichners zählen außerdem "Post für den Tiger" und "Ich mach dich gesund, sagte der Bär". Besonders die Tigerente avancierte zu einem beliebten Motiv. Gemeinsam mit Tiger und Bär zierte sie zahlreiche Lizenzprodukte – von Tassen über Fahrräder bis hin zu Schnullern. Einem noch größeren Publikum wurde die gestreifte Holzente als Wappentier der mehrfach ausgezeichneten Sendung "Tigerenten Club" im ARD-Kinderfernsehen bekannt. Janoschs Geschichten zeichnen sich durch einen humorvollen und frechen Ton aus, können aber auch wehmütig werden. Im Mittelpunkt stehen häufig unscheinbare Helden, die sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit wehren.
Janosch wurde 1931 als Horst Eckert im oberschlesischen Hindenburg geboren, das heute Zabrze heißt und in Polen liegt. Seine Kindheit war von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters überschattet. "Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person", sagte er einst gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Horst nach Westdeutschland. Dort machte er zunächst eine Ausbildung zum Bauschlosser und verdiente sein Geld als Maschinenreiniger. Später studierte er für kurze Zeit an der Kunstakademie in München. Im Jahr 1960 kam sein erstes Kinderbuch "Die Geschichte von Valek dem Pferd" heraus. Der Name Janosch soll ihm damals von seinem Verleger Georg Lentz nahegelegt worden sein. In Büchern für Erwachsene setzte er sich mit seiner schweren Vergangenheit auseinander, etwa in dem Roman "Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm". Nach dem großen Erfolg seiner Bücher kehrte der Künstler Deutschland in den Achtzigerjahren den Rücken und zog mit seiner Ehefrau nach Teneriffa.





















