Darum hat Hannah Murray ihre Schauspielkarriere beendet
Hannah Murray (36) ist froh, ihrer Schauspielkarriere den Rücken gekehrt zu haben. Die 36-Jährige, bekannt als Cassie in der britischen Kultserie "Skins" und als Gilly in Game of Thrones, hat sich jetzt in einem ausführlichen Interview mit The Guardian geöffnet. Dabei sprach sie offen darüber, wie das Leben als Schauspielerin sie in einen Wellness-Kult trieb und sie schließlich eine psychotische Episode erlebte. Heute denkt Hannah nach eigenen Angaben oft: "Gott sei Dank bin ich keine Schauspielerin mehr." Der Gedanke, kein Teil dieser Welt mehr zu sein, erfülle sie mit "echter Freude".
Hannah war gerade einmal elf Jahre alt, als sie den Entschluss fasste, Schauspielerin zu werden. Bereits mit 17 wurde sie für die Rolle der Cassie in "Skins" besetzt. Der plötzliche Ruhm sei für sie "ziemlich überwältigend" gewesen. Besonders belastend waren die Online-Reaktionen auf Cassies Handlungsstrang rund um eine Essstörung. "Es war schrecklich, wie die Kloake des Internets", erinnert sie sich an diese Zeit zurück: "Für jede Person, die meinen Körper als 'Thinspiration' bezeichnete, gab es eine andere, die sagte: 'Sie ist widerlich.'" Später kam die Rolle der Gilly in "Game of Thrones" hinzu – und noch mehr Ruhm, den sie kaum zu verarbeiten wusste. "Für eine Rolle ausgewählt zu werden, lässt dich unglaublich besonders fühlen", beschreibt die Schauspielerin das Hoch nach einem Casting. "Aber das hält nur für dieses eine Projekt an. Ich befand mich in diesem Hamsterrad: 'Wo ist das Ding, das mich für immer besonders fühlen lässt?'", schildert sie.
Irgendwann wurde bei Hannah eine bipolare Störung diagnostiziert – eine Erkenntnis, die sie nach eigenen Aussagen als "große Erleichterung" empfand. Ihren letzten Film drehte sie 2018, seither hat sie die Schauspielerei aufgegeben. Ihre Erfahrungen aus dieser turbulenten Lebensphase hat sie in einem Memoirenband mit dem Titel "The Make-Believe: A Memoir of Magic and Madness" verarbeitet, an dem sie sieben Jahre lang schrieb. "Die Ereignisse von 'The Make-Believe' waren intensiv herausfordernd, aber der Prozess des Schreibens darüber war das kraftvoll Lohnendste, was ich je erlebt habe", sagte sie gegenüber dem Magazin People. Das Buch erscheint am 23. Juni und ist bereits vorbestellbar.





