Bettina Zimmermann sieht TV-Branche in Gefahr
Bettina Zimmermann sieht TV-Branche in GefahrGetty ImagesZur Bildergalerie

Bettina Zimmermann sieht TV-Branche in Gefahr

- Lisa Federschmidt
Lesezeit: 3 min
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Bettina Zimmermann (51) blickt mit Sorge auf die Zukunft der deutschen Film- und Fernsehbranche. Anlass dafür ist unter anderem das angekündigte Ende der ZDF-Krimireihe "Ein Fall für zwei". Im Interview mit web.de findet die Schauspielerin deutliche Worte: "Unserer Filmbranche geht es nicht gut." Als Gründe nennt sie schrumpfende Budgets, zunehmende Bürokratie und immer höhere Produktionskosten. "Alles ist irgendwie teurer, aufwendiger und bürokratischer geworden", erklärt Bettina. Gleichzeitig sieht sie eine weitere Entwicklung, die bestimmte Berufsgruppen zunehmend unter Druck setzen könnte: den Einsatz künstlicher Intelligenz. Besonders Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher seien davon betroffen, da sich ihre Stimmen inzwischen mit vergleichsweise wenig Audiomaterial künstlich nachbilden lassen. Für Bettina ist die technologische Entwicklung deshalb nicht nur eine neue Möglichkeit für die Branche, sondern auch eine reale Gefahr für bestehende Arbeitsplätze.

Insgesamt werde in Deutschland derzeit weniger gedreht, beobachtet Bettina. Gleichzeitig würden Produktionen wegen der Rahmenbedingungen zunehmend ins Ausland verlagert, etwa nach Tschechien oder Polen. Welche Folgen der Einsatz von KI langfristig haben wird, sei zwar noch nicht vollständig absehbar. Dennoch warnt die Schauspielerin: "Generell birgt die KI aber die Gefahr, dass Jobs wegfallen. Die Sprecherinnen und Sprecher sind im Moment natürlich besonders aufgeregt." Schon das Sprachmaterial aus einer einzigen Folge könne ausreichen, um eine Stimme künstlich nachzubilden. Kritisch sieht Bettina außerdem den Trend, Produktionen immer jünger zu besetzen. Dabei wünscht sie sich durchaus modernere Erzählweisen, mutigere Stoffe und mehr Vielfalt. Gerade ältere Dialoge wirkten heute oft überholt: "So spricht doch kein Mensch." Auch Zuschauer zwischen Mitte 40 und Ende 60 müssten ihrer Ansicht nach heute anders angesprochen werden als noch vor 20 Jahren.

Dass Bettina gerade jetzt so offen über die Branche spricht, hat einen konkreten Anlass: "Ein Fall für zwei" wird eingestellt. Seit 2015 spielt sie in der ZDF-Reihe Staatsanwältin Claudia Strauss, während Wanja Mues und Antoine Monot Jr. bereits seit 2014 als Privatdetektiv Leo Oswald und Rechtsanwalt Benjamin Hornberg ermitteln. Die letzte Staffel ist inzwischen abgedreht, 2027 soll noch ein 90-minütiger Abschiedsfilm folgen. Danach endet das Format, das seit 1981 zum deutschen Fernsehen gehört. "Umso mehr finde ich es schade, dass bald Schluss ist", erklärt Bettina. Besonders geschätzt habe sie, dass die Reihe bei Diversität und moderner Besetzung früh neue Wege gegangen sei. Ihre eigene Figur wollte sie zudem nie ausschließlich über deren Beruf definieren, sondern auch als nahbare, alleinerziehende Mutter zeigen. Kurios: Trotz elf gemeinsamer Jahre begegnen sich Claudia und Leo nur selten. "Immer wenn meine Arbeit beginnt, hat Leo den Tatort bereits verlassen", schildert sie lachend.

Bettina Zimmermann im Februar 2025 in Berlin
Getty Images
Bettina Zimmermann im Februar 2025 in Berlin
Bettina Zimmermann, Model
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Bettina Zimmermann, Model
Bettina Zimmermann im September 2019
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Bettina Zimmermann im September 2019
Teilt ihr Bettina Zimmermanns Sorge, dass KI vor allem Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher unter Druck setzt?