Nach über 40 Jahren Wartezeit: "Neuromancer" wird Serie

Nach über 40 Jahren Wartezeit: "Neuromancer" wird Serie

- Anita Ehlert
Lesezeit: 3 min
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Fans mussten sich lange gedulden: Mehr als 40 Jahre nach seinem Erscheinen im Jahr 1984 wird William Gibsons Roman "Neuromancer" erstmals als Serie umgesetzt. Die Produktion soll 2027 bei Apple TV erscheinen. Ein genaues Datum hat der Streamingdienst zwar noch nicht verkündet, einen ersten Teaser gibt es aber bereits zu sehen. Im Zentrum steht der Hacker Case, den Callum Turner (36) verkörpert. Wegen eines Nervenschadens kann er nicht mehr in den Cyberspace eintauchen. Als sich ihm plötzlich die Chance bietet, wieder in seine alte Welt zurückzukehren, schließt er sich mit der Auftragskillerin Molly zusammen. Diese Rolle übernimmt Briana Middleton. Gemeinsam legt sich das Duo mit einer mächtigen Cyberdynastie an. Gedreht wurde die Serie unter anderem in Tokio. Damit greift die Serie auch die ostasiatischen Einflüsse auf, die schon Gibsons Buch und dessen Zukunftsvision entscheidend prägten.

Dabei hätte "Neuromancer" schon viel früher verfilmt werden können. Bereits in den Achtzigerjahren arbeitete Cabana Boy Productions an einer Verfilmung des Romans. Zeitweise war damals sogar Ridley Scott (88), der Regisseur von "Blade Runner", als Regisseur im Gespräch. Auch Schauspieler Mel Gibson (70) wurde mit dem geplanten Projekt in Verbindung gebracht. Am Ende kam der Film jedoch nie zustande. In den folgenden Jahrzehnten nahmen sich weitere Filmschaffende des Stoffes an, doch auch ihre Anläufe scheiterten. Erst Apple TV brachte die Adaption schließlich tatsächlich auf den Weg, allerdings nicht als Kinofilm, sondern als Serie. Als Showrunner zeichnet Graham Roland für das neue Format verantwortlich. J. D. Dillard ist als Co-Schöpfer an dem Projekt beteiligt. Damit endet für die Vorlage eine mehr als 40 Jahre lange Phase voller erfolgloser Adaptionsversuche. Ob die Serie den lange gehegten Erwartungen gerecht wird, können Zuschauer voraussichtlich 2027 selbst beurteilen.

William Gibson schrieb bereits an "Neuromancer", als er Ridleys Science-Fiction-Film "Blade Runner" sah. Er fürchtete, der Film könnte seinen eigenen Ideen und der von ihm geplanten Ästhetik zu sehr ähneln. "Ich hatte Angst, 'Blade Runner' im Kino zu sehen, weil ich befürchtete, dass der Film besser sein würde, als was ich in der Lage war, mir vorzustellen. In gewisser Weise hatte ich auch recht, Angst zu haben, denn schon die ersten paar Minuten waren besser", erinnerte er sich gegenüber The Paris Review, wie Gizmodo berichtete. Jahre später trafen William und Ridley persönlich aufeinander. Dabei stellten sie fest, dass ihre Werke von ähnlichen Einflüssen geprägt waren. Dazu zählten französische Comics für Erwachsene, ostasiatische Bildwelten und die Arbeiten des Comiczeichners Mœbius. Trotz dieser kreativen Gemeinsamkeiten führte das Treffen aber nicht zu einer gemeinsamen Verfilmung von "Neuromancer".

Callum Turner bei der Premiere von "Eternity" beim Toronto International Film Festival 2025
Getty Images
Callum Turner bei der Premiere von "Eternity" beim Toronto International Film Festival 2025
Mel Gibson, Schauspieler
Getty Images
Mel Gibson, Schauspieler
Ridley Scott bei der "Alien"-Premiere, 2017
Getty Images
Ridley Scott bei der "Alien"-Premiere, 2017
Nach über 40 Jahren kommt "Neuromancer" auf den Bildschirm – glaubt ihr noch an einen großen Erfolg?