Im Gericht: Christina Blocks Sprachnachricht erregt Aufsehen

Im Gericht: Christina Blocks Sprachnachricht erregt Aufsehen

- Yasmin Keller
Lesezeit: 3 min
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Im Prozess gegen Christina Block (53) hat eine Sprachnachricht für Aufsehen gesorgt. Am 85. Verhandlungstag wurde die Aufnahme vor dem Landgericht Hamburg abgespielt. Die Unternehmerin hatte sie an Silvester 2023 an eine Bekannte geschickt, also nur einen Tag, bevor ihre Kinder aus Dänemark entführt wurden. In der Nachricht klingt Christina hörbar verzweifelt. "Es wird immer hoffnungsloser. Juristisch kann ich nichts mehr machen", sagt sie in der Aufnahme, die im Gerichtssaal zu hören war. Für das Verfahren ist die Nachricht besonders heikel. Verteidigung und Nebenklage hörten dieselben Worte, kamen aber zu ganz unterschiedlichen Schlüssen. Während ihre Verteidigung die Aufnahme als Hinweis auf ihre Unwissenheit wertet, sieht die Nebenklage gerade in einzelnen Formulierungen einen Ansatzpunkt für eine andere Deutung. Damit rückt eine Nachricht, die nur wenige Stunden vor den Geschehnissen verschickt wurde, ins Zentrum des Prozesses.

In der Sprachnachricht beklagt Christina außerdem, dass das "juristische Geplänkel" von LKA und Staatsanwaltschaft sie nicht weiterbringe. "Ich mag mich damit nicht mehr abfinden", erklärt sie in der Aufnahme. Ihr Verteidiger Ingo Bott sieht in ihrem Tonfall und ihren Worten gleich mehrere Hinweise, die seine Mandantin entlasten. "Die Verzweiflung und Traurigkeit meiner Mandantin kommen zum Vorschein", betonte er vor Gericht. Die Annahme, die Unternehmerin habe zu diesem Zeitpunkt von der geplanten Entführung gewusst, nannte er "abwegig". Es sei lebensfremd, mit einem solchen Vorwissen kurz vor der Tat eine derartige Nachricht zu verschicken. Nebenklagevertreter Philip von der Meden richtet den Blick hingegen besonders auf Christinas Satz, sie könne juristisch nichts mehr machen. Die gegensätzlichen Bewertungen führen somit direkt zur entscheidenden Frage des Verfahrens zurück: Wusste die Unternehmerin im Voraus von der Entführung ihrer Kinder – und falls ja, seit wann hatte sie davon Kenntnis?

Bereits in einer früheren Einlassung vor dem Landgericht hatte die Angeklagte Einblicke in den langen Streit mit ihrem Ex-Partner Stephan Hensel gegeben. Damals schilderte sie, dass sie sich seit 2022 von ihm möglicherweise überwacht oder abgehört gefühlt habe. Dieser Eindruck sei unter anderem bei Begegnungen vor Gericht entstanden. Ihr Ex sei aus ihrer Sicht über Dinge informiert gewesen, die sie kurz zuvor besprochen oder erledigt hatte. Die Unternehmerin erklärte vor Gericht zudem, dass diese Wahrnehmung sie stark verunsichert und ihr Angst gemacht habe. Mit der Schilderung beschrieb Christina, wie belastend sie den bereits seit Jahren andauernden Streit zwischen den früheren Partnern erlebt habe. Christina Block steht seit Juli 2025 vor Gericht und wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden Kinder aus Dänemark in der Silvesternacht 2023/24 in Auftrag gegeben zu haben. Der Prozess wird von einem langjährigen Sorgerechtsstreit begleitet. Christina ist die Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block (86) und hat eine Karriere in der Gastronomie und im Wirtschaftsmanagement. Aktuell gilt die Unschuldsvermutung.

Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott im Landgericht Hamburg, dahinter Gerhard Delling, vor Fortsetzung des Prozesses am 8. Januar 2026
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Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott im Landgericht Hamburg, dahinter Gerhard Delling, vor Fortsetzung des Prozesses am 8. Januar 2026
Gerhard Delling und Christina Block auf dem Weg zum Landgericht Hamburg während des Prozesses um den Entführungsfall der Block-Kinder
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Gerhard Delling und Christina Block auf dem Weg zum Landgericht Hamburg während des Prozesses um den Entführungsfall der Block-Kinder
Eugen und Christina Block, Januar 2025
IMAGO / BREUEL-BILD
Eugen und Christina Block, Januar 2025
Wie überzeugend findet ihr das Argument der Verteidigung, Christina Blocks Nachricht spreche gegen Vorwissen?