Es ist ein Schock für die Welt: Der US-Student Otto Warmbier (✝22) war im März 2016 in Nordkorea zu 15 Jahren Haft und Arbeitslager verurteilt worden. Der unglaubliche Grund: Otto soll ein Propaganda-Plakat von der Wand gerissen haben. Wovon bis kurz vor seiner Entlassung niemand etwas wusste: Kurz nach der Urteilsverkündung war der junge Amerikaner in ein Koma gefallen, aus dem er nicht mehr aufwachte. Vor knapp einer Woche wurde Warmbier dann freigelassen und in die USA ausgeflogen. Die Diagnose dort: schwere Gehirnschädigungen. Jetzt ist der 22-Jährige tot!

Otto Warmbier in Pjöngjang, 2016
Lu Rui/Xinhua/ActionPress
Otto Warmbier in Pjöngjang, 2016

Sein Herz hörte auf zu schlagen: "Es ist unsere traurige Pflicht mitzuteilen, dass unser Sohn, Otto Warmbier, seine Reise nach Hause beendet hat. Die schreckliche, qualvolle Misshandlung, die unser Sohn in den Händen der Nordkoreaner erfahren hat, machte keinen anderen Ausgang möglich", heißt es in einer Erklärung der Familie, wie die Zeitung Die Welt berichtete. Was Otto genau widerfahren ist, darüber kann bisher nur spekuliert werden. Die kommunistische Führung hatte erklärt, das Koma sei durch eine schwere Nahrungsmittelvergiftung und ein Schlafmittel ausgelöst worden.

US-Student Otto Warmbier
Kyodo News/ActionPress
US-Student Otto Warmbier

US-Präsident Donald Trump (71) zeigte sich bewegt zum Tod des Studenten: "Melania und ich sprechen unser tiefes Mitgefühl aus. Es gibt nichts tragischeres für ein Elternteil, als ein Kind in der Blüte seines Lebens zu verlieren. [...] Die USA verurteilen erneut die Brutalität des nordkoreanischen Regimes während wir sein jüngstes Opfer betrauern." Das Urteil war von der US-Regierung bereits 2016 als völlig unverhältnismäßig kritisiert worden. Das Gericht hatte das Entfernen des Plakats in einem Schauprozess als staatsfeindliches Handeln eingestuft. Der damals 21-Jährige Tourist war kurz vor seiner Abreise am Flughafen verhaftet worden.

Otto Warmbier bei einer Pressekonferenz in Pjöngjang, 2016
Lu Rui/Xinhua/ActionPress
Otto Warmbier bei einer Pressekonferenz in Pjöngjang, 2016