

Sparkurs: Heute läuft der letzte "Polizeiruf 110" aus Halle
Heute Abend ist Schluss: In der ARD läuft um 20.15 Uhr mit "Der Wanderer zieht von dannen" der letzte "Polizeiruf 110" aus Halle – mit Peter Kurth (68) als Henry Koitzsch und Peter Schneider als Michael Lehmann. Die beiden Ermittler bekommen es mit dem Tod einer über achtzigjährigen Frau in der Badewanne zu tun, neben ihr ein Radio, das nach Unfall aussieht. Doch ein unscheinbares Detail, eine Trockenblume auf dem Fensterbrett, weckt bei Henry Erinnerungen an einen ungelösten Mord. Was als Routine beginnt, wird zur Jagd nach einem Täter, der scheinbar spurlos in Wohnungen gelangt – und Henry näherkommt, als ihm lieb ist.
Inhaltlich verspricht der dritte Film Spannung mit psychologischem Zug: kein klares Motiv, eher das Spiel um Kontrolle, Nervenkitzel und die Macht über Leben und Tod. Ein Schlüsseldienst rückt in den Fokus, während für Henry alte Wunden aufbrechen. Trotz starker Quoten zwischen 7,5 und 7,8 Millionen Zuschauern und einer Nominierung des zweiten Teils für den Deutschen Fernsehkrimi-Preis ist nach drei Episoden Schluss. Der MDR erklärt laut der Süddeutschen Zeitung, das Format sei als Trilogie gedacht gewesen, zudem zwinge der Sparkurs nach der ausgebliebenen Beitragserhöhung zu harten Entscheidungen. Autor Clemens Meyer widerspricht: Es sei nie als Dreiteiler geplant gewesen, er habe bereits einen vierten Film entworfen, in dem Henry im Ruhestand ermitteln sollte.
Peter Kurth und Peter Schneider reagieren reserviert auf das Aus. Peter kritisierte zuletzt die Kommunikation des Senders. Beide ringen zudem mit vollen Terminkalendern, weil Regisseur Thomas Stuber und das Ensemble stark gefragt sind. Peter betont, ihm gehe es nicht um Eitelkeiten, sondern um die Geschichten aus Halle und die Menschen vor Ort. "Ich hoffe, dass es vielleicht doch irgendwie weitergehen kann. Das wäre für alle toll", sagte der Schauspieler gegenüber der Zeitung. Für Fans bleibt neben dem heutigen Finale vor allem die besondere Tonlage der Reihe in Erinnerung – die raue Melancholie von Halle, Henrys knurrige Ruhe, Michaels leiser Humor und ein Blick auf den Osten, der ohne Aufhebens nah an den Figuren blieb.





