Nach Eklat von 2005: Vanilla Ninja scheitert an ESC-Comeback

Nach Eklat von 2005: Vanilla Ninja scheitert an ESC-Comeback

- Michelle Hinz
Lesezeit: 2 min

Vanilla Ninja sind zurück beim Eurovision Song Contest! Die Girlband stand bereits im Jahr 2005 für die Schweiz auf der großen ESC-Bühne und trat diesmal für ihre Heimat Estland an. Damals allerdings überschattete ein handfester Skandal ihren Auftritt, wie das Schweizer Newsportal Blick jetzt berichtet. Ihr Manager und Produzent David Brandes galt im Hintergrund als treibende Kraft und stammt selbst aus der Schweiz. Doch hinter den Kulissen lief längst nicht alles so glamourös ab, wie Recherchen der Sat.1-Sendung "Akte" damals aufdeckten.

Das TV-Team enthüllte, dass die Verkaufszahlen der Vanilla Ninja-Singles und -Alben manipuliert worden sein sollen. Demnach wurden gezielt große Mengen der CDs aufgekauft, um die Platzierungen in den Charts künstlich in die Höhe zu treiben. Betroffen waren laut Blick die beiden Alben "Traces of Sadness" und "Blue Tattoo" sowie die Singles "Blue Tattoo" und "I Know". Die Konsequenzen folgten prompt: Die Verantwortlichen verhängten eine dreimonatige Chartsperre für diese Veröffentlichungen. Die Maßnahmen trafen jedoch nicht nur Vanilla Ninja. Auch die Single "Run & Hide" von Gracia Baur sowie "Heaven Is a Place on Earth" von Virus Incorporation landeten auf der Sperrliste.

Für Manager David Brandes bedeutete der Skandal damals enormen öffentlichen Druck. In der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner" äußerte sich der Produzent später selbst zu den Vorwürfen und verteidigte sein Vorgehen offen. Er erklärte, dass solche groß angelegten Käufe im Musikgeschäft keine Seltenheit seien. Laut ihm hätte er seinen Künstlern sogar einen "klaren Wettbewerbsnachteil verschafft", wenn er auf diese Strategie verzichtet hätte. Vanilla Ninja scheinen die Vergangenheit inzwischen hinter sich gelassen zu haben. Mit ihrem Song "Too Epic To Be True" verpassten die Musikerinnen nun jedoch den Einzug ins Finale.

Vanilla Ninja beim ESC-Halbfinale in Wien mit "Too Epic To Be True"
Getty Images
Vanilla Ninja beim ESC-Halbfinale in Wien mit "Too Epic To Be True"
Vanilla Ninja beim Eurovision Song Contest 2005 in Kiew
Imago
Vanilla Ninja beim Eurovision Song Contest 2005 in Kiew
Victoria Swarovski und Michael Ostrowski moderieren das erste ESC-Halbfinale 2026 in der Wiener Stadthalle
Getty Images
Victoria Swarovski und Michael Ostrowski moderieren das erste ESC-Halbfinale 2026 in der Wiener Stadthalle
Hätte "Too Epic To Be True" den Einzug ins Finale verdient?