

Schauspielerin Isabelle Adjani wegen Steuerbetrug verurteilt
Die französische Schauspielerin Isabelle Adjani (71) ist in einem Berufungsverfahren wegen schwerer Steuerhinterziehung und Geldwäsche schuldig gesprochen worden. Das berichtet die Agence France-Presse. Das Gericht verurteilte sie zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten sowie einer Geldstrafe von 10.000 Euro. Damit fiel das Urteil deutlich milder aus als noch in erster Instanz aus dem Jahr 2023, als die Schauspielerin zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt worden war. Trotz der Strafreduzierung kündigte Isabelles Anwalt an, den Fall vor das oberste Berufungsgericht zu bringen – zeigte sich aber gleichzeitig gegenüber den Medien "äußerst erleichtert" über das Urteil.
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Isabelle ihren steuerlichen Wohnsitz in den Jahren 2016 und 2017 illegal nach Portugal verlegt hatte. Außerdem habe sie ein Geldgeschenk eines Freundes in Höhe von zwei Millionen Euro als Kredit verschleiert und rund 120.000 Euro von einem Offshore-Unternehmen über ein nicht deklariertes US-Konto nach Portugal transferiert. Die Steuerbehörde argumentierte, dass die Schauspielerin ihren tatsächlichen Lebensmittelpunkt stets in Frankreich gehabt habe und dort hätte besteuert werden müssen. Vor Gericht hatte Isabelle im April erklärt, von einem Steuerberater betrogen worden zu sein. Sie leide an einer Verwaltungsphobie und sei daher eine "leichte Beute" für ihn gewesen.
Isabelle, die am 27. Juni ihren 71. Geburtstag feierte, gehörte in den 1980er und 1990er Jahren zu den bekanntesten Filmstars Frankreichs. Die Schauspielerin wurde mit insgesamt fünf César-Filmpreisen ausgezeichnet, unter anderem für ihre Rollen in "Camille Claudel", "Die Bartholomäusnacht" und "Heute trage ich Rock!". Ins Rollen gebracht hatte die Affäre um Isabelles Steuern ursprünglich das Datenleck der sogenannten Panama Papers, die Hinweise auf Offshore-Aktivitäten enthielten.






