27 Minuten Pause: War die WM-Halbzeitshow übertrieben?
Beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im MetLife Stadium in New Jersey kam es zu einer außergewöhnlich langen Halbzeitpause. Zwischen dem Schlusspfiff des Schiedsrichters in der 45. Minute und dem Wiederanstoß lagen satte 27 Minuten und 19 Sekunden – fast doppelt so lang wie eigentlich erlaubt. Laut den offiziellen Regeln des Fußballverbands Ifab darf eine Halbzeitpause nämlich 15 Minuten nicht überschreiten. Der Grund für die Verzögerung: eine aufwendige Halbzeitshow, kuratiert von Coldplay-Frontmann Chris Martin (49), bei der Stars wie Madonna (67), Shakira (49), BTS, Justin Bieber (32) und Burna Boy auftraten und das Stadion in eine riesige Bühne verwandelten.
Fifa hatte beiden Finalteams – Argentinien und Spanien – im Vorfeld zugesichert, dass die Show lediglich elf Minuten dauern und die Pause inklusive Auf- und Abbau der Bühne insgesamt rund 20 Minuten in Anspruch nehmen würde. Daraus wurden am Ende fast 28 Minuten. Neben den Musikacts sorgten auch die brasilianischen Fußballlegenden Ronaldo und Ronaldinho (46) für Aufsehen, ebenso wie "Ted Lasso"-Darsteller Jason Sudeikis (50) sowie die Muppets-Figuren Kermit und Miss Piggy. Nicht jeder war begeistert: Der frühere englische Nationalmannschaftskapitän Wayne Rooney (40) kommentierte die Show bei der BBC mit den Worten: "Das war Mist." Auf dem Rasen behielt am Ende Spanien die Oberhand – Einwechselspieler Ferran Torres erzielte in der Verlängerung das entscheidende 1:0.
Dass Fifa mit einer ausufernden Halbzeitshow Kritik auf sich zieht, ist kein neues Phänomen. Bereits beim Finale der Klub-Weltmeisterschaft im Vorjahr, das ebenfalls im MetLife Stadium ausgetragen wurde, dauerte die Pause 24 Minuten – damals mit Auftritten von Coldplay, J Balvin, Doja Cat (30), Tems und Emmanuel Kelly. Auch das Copa-América-Finale 2024 zwischen Argentinien und Kolumbien in Miami, bei dem Shakira auftrat, zog sich 25 Minuten hin. Mediziner äußerten im Vorfeld Bedenken gegenüber Press Association: Sportphysiologe Liam Harper von der Manchester Metropolitan University warnte, eine verlängerte Pause könne dazu führen, dass die Muskeltemperatur der Spieler stärker absinke – und damit das Verletzungsrisiko steige.










