

Olymp-Chef Eberhard Bezner ist mit 90 Jahren verstorben
Die deutsche Modebranche trauert um eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten: Eberhard Bezner, langjähriger Chef des Hemdenherstellers Olymp, ist in der Nacht zum Dienstag im Alter von 90 Jahren gestorben. Wie das Familienunternehmen laut Bild am Mittwoch bekannt gab, starb er zu Hause im Kreis seiner Familie. Schon in jungen Jahren musste Eberhard große Verantwortung übernehmen: Nach dem überraschenden Tod seines Vaters Eugen Bezner übernahm er 1960 mit gerade einmal 24 Jahren den Betrieb und dessen rund 70 Beschäftigte. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er das kleine Unternehmen aus Baden-Württemberg zu Deutschlands größtem Hemdenhersteller. Fast ein halbes Jahrhundert lang prägte er die Geschichte von Olymp und baute die Marke stetig aus. Bis 2010 stand er an der Spitze von Olymp, zeitweise gemeinsam mit seinem Sohn Mark Bezner. Dieser führt das Unternehmen heute in dritter Generation.
Geboren wurde Eberhard Bezner am 31. Dezember 1935 in Stuttgart – als einziges Kind von Firmengründer Eugen Bezner und dessen Frau Wilma. Sein Vater hatte Olymp 1951 in der Waschküche des eigenen Hauses gegründet. Die ersten Hemden entstanden aus Militärstoffen und Fallschirmseide. Nach einer Lehre in einem Ludwigsburger Textilgroßhandel begann Eberhard als einfacher Mitarbeiter im Familienbetrieb. Dort reparierte er unter anderem Nähmaschinen, verpackte Hemden und stellte Rechnungen aus. Ende der 1960er-Jahre verlagerte der Unternehmer Teile der Produktion ins Ausland. Dieser Schritt brachte ihm wiederholt Kritik ein, war aus seiner Sicht jedoch notwendig. "Wäre ich seinerzeit nicht ins Ausland gegangen, gäbe es das Unternehmen Olymp nicht mehr", erklärte er dazu im Dezember 2025 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Auch über das Familienunternehmen hinaus hinterlässt der Unternehmer Spuren – vor allem in seiner Heimatstadt Bietigheim-Bissingen. Von 1968 bis 2004 saß er für die CDU im Gemeinderat und vertrat zeitweise den Oberbürgermeister. Gemeinsam mit seinen Kindern Mark und Birgit rief er 2008 die Olymp-Bezner-Stiftung ins Leben. Darüber hinaus rief der Unternehmer die Veranstaltungsreihe "Jazz im Olymp" ins Leben und unterstützte über Jahrzehnte den örtlichen Handball. 2010 eröffnete er in Bietigheim-Bissingen zudem das Hotel "Eberhards". Für sein Lebenswerk wurde Eberhard 2013 als "Doyen der deutschen Hemdenindustrie" ausgezeichnet. Auch das Bundesverdienstkreuz am Bande wurde ihm verliehen. Das Unternehmen, dessen Entwicklung er über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hatte, beschäftigte 2025 rund 800 Menschen. Nach eigenen Angaben erwirtschaftete Olymp in diesem Jahr einen Umsatz von 198 Millionen Euro.




















