Lizenzen für Wiesn-Influencer: So viel Geld nahm München ein

Lizenzen für Wiesn-Influencer: So viel Geld nahm München ein

- Nurin Khalil
Lesezeit: 3 min
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Wer auf dem Oktoberfest mit Dirndl, Maßkrug und Herzlfoto Geld verdient, muss dafür inzwischen zahlen: Die Stadt München hat 2026 erstmals eigene Wiesnlizenzen für Influencer und andere kommerzielle Contentproduzenten vergeben. Wie eine Sprecherin des Münchner Wirtschaftsreferats laut n-tv mitteilte, wurden bis zum Tag nach dem Festende rund 450 Genehmigungen erteilt. Kurz vor dem Start waren es gerade einmal etwa 150 Anträge gewesen. In die Stadtkasse spülte das Ganze bislang eine niedrige sechsstellige Summe, also mehr als 100.000 Euro. Wie teuer eine solche Lizenz tatsächlich ist, macht die Stadt nicht öffentlich. Die Gebühr wird individuell berechnet. Grundlage sind die Einnahmen, die mit dem jeweiligen Posting erzielt werden. Hinzu kommen weitere Faktoren wie die Reichweite des Accounts und die Art der Monetarisierung. Für kommerzielle Beiträge, mit denen nur wenig verdient wird, gibt es zudem eine Bagatellgrenze. Unter die neue Lizenzpflicht fallen alle Social-Media-Inhalte, die direkt oder indirekt kommerziellen Zwecken dienen – also etwa Sponsoring, Kooperationen oder Produktplatzierungen.

Endgültig sind diese Zahlen aber noch nicht: Die Stadt prüft weiterhin Wiesnbeiträge von Influencern, Unternehmen und Werbetreibenden, sodass sowohl die Zahl der Genehmigungen als auch die Einnahmen noch steigen können. Rein private Schnappschüsse vom Bierzelt oder Riesenrad bleiben dagegen weiterhin erlaubt. Wer werbliche Inhalte ohne vorherige Genehmigung veröffentlicht und beim laufenden Screening auffliegt, kommt teurer weg. "Vorab nicht lizenzierter Content muss nachlizenziert werden und wird aufgrund des höheren Aufwands teurer", erklärte das Wirtschaftsreferat gegenüber n-tv den Aufschlag. Die Einnahmen aus den Genehmigungen sind zweckgebunden und sollen in den Schutz der städtischen Marken Wiesn und Oktoberfest fließen. Ganz neu ist das dahinterstehende Prinzip allerdings nicht: Werbeaktivitäten auf dem Festgelände sind laut Oktoberfestverordnung schon lange untersagt, und auch kommerzielle Foto- und Videoaufnahmen brauchten bereits zuvor eine Erlaubnis.

Wiesnchef Christian Scharpf fasste die Regelung gegenüber BR24 und der Nachrichtenagentur dpa so zusammen: "Wer mit unserem Fest Geld verdient, muss sich auch daran beteiligen." Auch eine prominente Dauerbesucherin des Festes war unter den Lizenznehmern dabei: Cathy Hummels (38) entrichtete über ihre CH Marketing und Medien GmbH Lizenzgebühren für ihren traditionellen "Wiesnbummel". Die Erlaubnis deckte zugleich ihre mitgereisten Gäste ab. Cathy hatte die Neuerung bereits im September grundsätzlich befürwortet. "Grundsätzlich finde ich es richtig, dass die Stadt München das Oktoberfest als weltweit bekannte Marke schützt und klare Regeln für die kommerzielle Nutzung schafft", sagte die Moderatorin, die rund 660.000 Follower auf Instagram zählt, gegenüber n-tv. Zugleich regte sie einen digitalen "Wiesncontentcheck" an. Damit könnten Creator vorab klären, ob ihre geplanten Beiträge lizenzpflichtig sind.

Oktoberfestbesucher auf dem 191. Oktoberfest auf der Theresienwiese in München, 04.10.2026
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Oktoberfestbesucher auf dem 191. Oktoberfest auf der Theresienwiese in München, 04.10.2026
Oliver Pocher und Cathy Hummels beim Cathy Hummels Wiesn Bummel auf dem 191. Oktoberfest 2026 in München
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Oliver Pocher und Cathy Hummels beim Cathy Hummels Wiesn Bummel auf dem 191. Oktoberfest 2026 in München
Vito Wiesner, Cathy Hummels und Oliver Masucci beim Cathy Hummels Wiesn Bummel auf dem Oktoberfest 2026 in München
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Vito Wiesner, Cathy Hummels und Oliver Masucci beim Cathy Hummels Wiesn Bummel auf dem Oktoberfest 2026 in München
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