Bestieg Berg: Reinhold Messner lebte Jahre mit Herzfehler
Reinhold Messner (82) bezwang die höchsten Berge der Welt und absolvierte mehr als 100 Expeditionen, ohne etwas von seinem angeborenen Herzfehler zu ahnen. Erst vor rund einem Jahr erfuhr der Extrembergsteiger von der Erkrankung. Grund dafür war ein Vorfall nach einem Empfang: Reinhold sackte plötzlich zusammen. Weil sein Puls äußerst niedrig war, wurde ihm kurz darauf ein Herzschrittmacher eingesetzt. Bei den anschließenden Untersuchungen stellten die Ärzte außerdem eine angeborene Herzklappeninsuffizienz fest. In einem Interview mit dem Spiegel erklärte der Sportler nun, was die Diagnose für ihn und sein körperliches Wohlbefinden bedeutet: "Durch eine Herzklappeninsuffizienz fließen 20 Prozent des Blutes nicht in die vorgesehene Richtung." Dass die Erkrankung so lange unentdeckt blieb, macht seine zahlreichen anspruchsvollen Unternehmungen rückblickend umso bemerkenswerter.
Die Frage, ob er mit dem unentdeckten Herzfehler tatsächlich die höchsten Berge der Erde bestiegen habe, beantwortete er kurz und knapp: "Offenbar ja." Sein Körper hielt den immensen Belastungen jahrzehntelang stand. "Trotzdem hat mich dieses Herz über Jahrzehnte durch mein Leben getragen, bei mehr als hundert Expeditionen", staunte Reinhold. Verbitterung empfindet der Bergsteiger angesichts dieser Diagnose offenbar nicht. Stattdessen blickt er mit großer Verwunderung auf seine Laufbahn zurück. Erst das Wissen um die Herzklappeninsuffizienz habe ihn frühere Ereignisse anders einordnen lassen. Bereits in seiner Kindheit sei ihm hin und wieder schwindelig geworden. Zu diesem Zeitpunkt wusste Reinhold jedoch noch nicht, dass diese Vorfälle möglicherweise mit seinem Herzen zusammenhingen.
Doch das war leider nicht der einzige gesundheitliche Rückschlag, den Reinhold verkraften musste. Im Sommer sollten zwei ältere Leistenbrüche bei einem Routineeingriff operiert werden. Während der Operation kam es jedoch zu einer Blutung im Bauch, die den Extrembergsteiger stark schwächte. Trotz des ersten Schreckmoments konnte seine Frau beobachten, wie schnell ihr Mann wieder in sein alltägliches Leben zurückkehren wollte. Reinhold spricht inzwischen offen über die Veränderungen, die das Älterwerden mit sich bringt. Sein Gleichgewicht, seine Orientierung und seine Ausdauer hätten nachgelassen. Dennoch könne er weiterhin gehen, reisen, erzählen und denken sowie neugierig bleiben. Vor Kurzem zeigte Reinhold auch auf Instagram, wie sehr ihn die Berge noch immer anziehen. Seinen 82. Geburtstag verbrachte er nämlich nicht in Südtirol, sondern hoch oben in Pakistan.
























