

Familie: Kontakt zu Reinhold Messner nur über Anwalt
Der Streit zwischen der Bergsteigerlegende Reinhold Messner (81) und seinem Sohn Simon Messner (geboren 1990) geht weiter. Seit Monaten streiten sich Vater und Sohn öffentlich um das Erbe und den abgebrochenen Kontakt – und auch jetzt hat sich daran nichts geändert. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen schildert Simon, dass Versuche, mit seinem Vater ins Gespräch zu kommen, regelmäßig scheitern. "Ich habe das öfter schon versucht, aber dann kommt sofort ein Schreiben über einen Anwalt. Er wünscht keinen Kontakt mehr zu mir, was mich sehr schmerzt", resümierte der 36-Jährige.
Dabei betrifft das Problem offenbar nicht nur Simon selbst. "Sein gesamtes früheres Umfeld hat Schwierigkeiten, ihn zu erreichen. Es ist schon sehr skurril, zu behaupten, man wurde entsorgt und sich zur gleichen Zeit zu weigern, die Kinder zu treffen", behauptete der Sohn des Alpinisten. Anlass für das Interview war Simons neuer Film "Aus dem Schatten", in dem es um seine Expedition ins pakistanische Karakorum geht und um die Frage, wie sich Familie und das gefährliche Bergsteigen vereinbaren lassen. Denn durch die Geburt seiner Tochter habe sich sein Leben grundlegend verändert: "Ich bin seither kaum noch zum Bergsteigen gegangen." Auch der Klimawandel spiele eine Rolle: "Bergsteigen wird immer gefährlicher wegen der Klimaveränderung. Ich merke sehr eindeutig, dass in den letzten Jahren der Steinschlag massiv zugenommen hat."
Den größten Einschnitt beschreibt Simon aber auf persönlicher Ebene. Rund zehn Bergkameraden und Freunde habe er am Berg verloren, erinnerte er sich an eine schwere Zeit. Das habe ihn nachhaltig verändert und dazu bewogen, als Vater eine andere Priorität zu setzen als sein eigener Vater: "Ich möchte es einfach anders machen. Ich sehe es als meine Verantwortung, als Elternteil da zu sein und mich zu kümmern. Vor allem in den ersten Jahren." Reinhold, der im Mai 1978 neben Peter Habeler als erster Mensch den Mount Everest ohne zusätzlichen Flaschensauerstoff bestieg, hatte in der Vergangenheit behauptet, von seinen Kindern nach der Verteilung seines Erbes "entsorgt" worden zu sein – Simon hatte diese Darstellung bereits öffentlich scharf zurückgewiesen und erklärt, nicht er und seine Geschwister hätten den Kontakt abgebrochen.









