Paul Bettany fühlte sich am Tod seines Bruders schuldig

Paul Bettany fühlte sich am Tod seines Bruders schuldig

- Sandrine Palme
Lesezeit: 3 min
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Paul Bettany (55) spricht offen über einen schweren Schicksalsschlag, der sein Leben bis heute prägt. Im Podcast "Sibling Revelry" erinnerte sich der Marvelstar an den tragischen Tod seines jüngeren Bruders Matthew, der im Alter von nur acht Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Paul selbst war damals 16 Jahre alt. Sein Bruder war vom Dach eines Tennispavillons auf dem Gelände der Queenswood School im britischen Hertfordshire gestürzt, wo ihr Vater als Lehrer arbeitete. Besonders schwer wog für den Schauspieler, dass er Matthew zuvor selbst beigebracht hatte, auf das Gebäude zu klettern. "Mein Bruder starb, als er acht war. Und das war schlimm", erzählte Paul im Podcast. Matthew habe vermutlich Verstecken gespielt, als er vom Dach fiel. "Es gab also enorme Schuldgefühle, die ich verarbeiten musste", erklärte der Schauspieler. Der Verlust erschütterte die gesamte Familie und veränderte auch Pauls weiteren Lebensweg grundlegend.

Nach dem Tod seines Bruders verließ Paul die Schule und zog nach London, wo er zunächst als Straßenmusiker mit seiner Gitarre Geld verdiente. In der Vergangenheit hatte der Schauspieler bereits darüber gesprochen, dass er nach dem schweren Verlust zu Alkohol und Kokain griff, um mit seinen Gefühlen zurechtzukommen. Inzwischen habe ihm vor allem eine jahrelange Therapie geholfen, die traumatischen Erlebnisse aufzuarbeiten. "Ich glaube, dass jeder durch seine Kindheit in ein Labyrinth geworfen wird. Und die Aufgabe des Erwachsenwerdens besteht darin, den Weg aus diesem Labyrinth zu finden", erklärte der 55-Jährige. Diesen Weg habe er schließlich gefunden, allerdings erst nach viel Zeit und therapeutischer Unterstützung. Besonders wichtige Erkenntnisse seien ihm dabei nicht während akuter Krisen gekommen, sondern in ruhigeren Lebensphasen. Lange habe er außerdem dazu geneigt, sämtliche Schwierigkeiten auf den Tod seines Bruders zurückzuführen. Erst mit der Zeit habe er gelernt, zwischen den Folgen des Verlusts und anderen Problemen zu unterscheiden. Heute ist Paul mit der Schauspielerin Jennifer Connelly (55) verheiratet, mit der er zwei gemeinsame Kinder hat.

Auch in seiner Schauspielkarriere hat Paul einen Weg gefunden, die Trauer um seinen Bruder zu verarbeiten. Während er sich als Straßenmusiker unwohl dabei fühlte, seine eigenen Lieder vorzutragen und persönliche Gefühle preiszugeben, bot ihm die Schauspielerei einen geschützten Raum. Hinter seinen Filmfiguren konnte er schmerzhafte Erfahrungen in etwas Kreatives verwandeln. "Ich glaube, dass die Schauspielerei und der Besuch der Schauspielschule mich wirklich gerettet haben, weil ich dadurch einen Ort gefunden habe, an dem ich sehr negative Dinge in etwas Kreatives verwandeln konnte", erklärte der "WandaVision"-Star. Für besonders emotionale Szenen greift Paul bis heute auf persönliche Erinnerungen zurück. So nahm er bei den Dreharbeiten zu "Uncle Frank" im Jahr 2020 sogar einen Pullover seines verstorbenen Bruders mit ans Set, um seine Trauer für eine Friedhofsszene abzurufen. Auch heute verlangt ihm seine Arbeit einiges ab – allerdings auf andere Weise. Erst kürzlich verriet der Schauspieler, wie sehr er während der Dreharbeiten zur Marvelserie "VisionQuest" unter der Trennung von seiner Familie litt. Rund fünf Monate verbrachte er für die Produktion in England, während seine Ehefrau Jennifer Connelly und die gemeinsamen Kinder in New York blieben.

Bei den Disney Upfronts 2026 in New York
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Paul Bettany und Jennifer Connelly beim AFI Fest 2024 zur Weltpremiere von "Here" im TCL Chinese Theatre IMAX in Hollywood
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Paul Bettany, Schauspieler
Getty Images
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