Was für ein Drama auf Österreichs größter Skiflugschanze! Am Kulm in Bad Mitterndorf, wo die besten Skispringer der Welt bis zu 250 Meter weit fliegen, ist es am Mittwoch zu einem folgenschweren Unglück gekommen. Der 23-jährige Österreicher Lukas Müller brach sich bei einem heftigen Sturz den sechsten und siebten Halswirbel. Jetzt stellten Ärzte eine schlimme Diagnose: Möglicherweise wird Lukas Müller nie mehr seine Beine bewegen können.

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Franz-Josef Seibert vom Uni-Klinikum in Graz sagte in einer Pressekonferenz: "Es liegt eine inkomplette Querschnittlähmung vor. Er kann die Beine derzeit nicht bewegen." Ob er in den kommenden Monaten und Jahren wieder gehen kann oder dem Sportler ein Leben im Rollstuhl bevorsteht, wollten die Ärzte zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kommentieren. "Es wäre unseriös, zum jetzigen Zeitpunkt eine fixe Aussage dazu zu machen." Der Skispringer habe die Diagnose "relativ gefasst" aufgenommen. Ihm droht das gleiche Schicksal wie dem US-Springer Nick Fairall, der 2015 in Bischofshofen schwer gestürzt war und seitdem im Rollstuhl sitzt.

Promiflash

Nach bisherigen Erkenntnissen gab es Probleme mit dem Unterschuh des Wintersportlers. Kurz vor der Landung hatte Lukas Müller deshalb die Kontrolle über den linken Ski verloren und war in den Schnee gestürzt.

ActionPress/Wang Haofei / Xinhua News Agency

Seine größten Erfolge feierte Lukas Müller als Nachwuchsathlet. 2009 wurde er im Einzel und mit der Mannschaft Junioren-Weltmeister. Bei den Profis war der sechste Platz beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf 2009 seine beste Platzierung.

Nach mehreren schweren Verletzungen kämpfte er zuletzt um den Anschluss an die erweiterte Weltspitze - bis zum tragischen Unglück am Kulm, wo an diesem Wochenende die Skiflug-Weltmeisterschaften stattfinden. Deutschlands Topspringer Severin Freund ist Titelverteidiger.