20 Jahre nach Flucht: Sorge um Natascha Kampusch
Natascha Kampusch (38) hat einen schweren gesundheitlichen Zusammenbruch erlitten. Ihre Familie ist in großer Sorge um die 38-Jährige, deren Zustand sich offenbar drastisch verschlechtert hat. Wie Nataschas Schwester jetzt dem ORF verriet, wirke die einstige Entführte völlig verändert. "Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr", erzählte sie dem Sender. Natascha ziehe sich demnach stark zurück und sei meist in einer eigenen Welt gefangen. "Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreißend und wir fühlen uns hilflos", schilderte die Schwester den alarmierenden Zustand.
Die Familie möchte nun über Nataschas Gesundheitszustand aufklären und öffentlich machen, wie es soweit kommen konnte. Laut dem Bericht sollen selbst Mediziner mit ihrer Situation überfordert sein. Um zu verhindern, dass Nataschas Zustand wieder zum Gegenstand unreflektierter Behauptungen wird, entschloss sich die Familie, einer Dokumentation zuzustimmen. In dieser kommen auch Ermittler, Staatsanwälte und Wegbegleiterinnen zu Wort, die den Fall und dessen Folgen beleuchten. Schon nach ihrer Befreiung vor 20 Jahren wurde Natascha nicht von allen mit Mitgefühl behandelt – viele bezichtigten sie der Lüge und konnten sich nicht vorstellen, dass ein Entführungsopfer so viel Stärke zeigen könnte, wie sie es damals tat.
Natascha wurde im Jahr 1998 im Alter von zehn Jahren entführt und konnte sich erst acht Jahre später, im August 2006, aus der Gefangenschaft ihres Entführers befreien. Der Fall beschäftigte nicht nur Österreich, sondern wurde weltweit bekannt und immer wieder aufgerollt – zeitweilig ermittelte sogar das FBI. Die anhaltenden Zweifel und Ermittlungen führten zu einem schweren Schaden für Nataschas Ruf und belasteten sie zusätzlich. Nach ihrer Flucht versuchte sie, ein öffentliches Leben zu führen und trat auch vor der Kamera auf, doch die psychischen Folgen ihrer jahrelangen Gefangenschaft scheinen sie bis heute zu verfolgen.







