Was ist das nur für eine Geschichte! Der Brite Nick Skelton holt in Rio olympisches Gold im Springreiten – mit 58 Jahren, 28 Jahre nach seinen ersten Olympischen Spielen. Das allein wäre schon spannend, doch es kommt noch krasser.

Olympia-Sieger Nick Skelton und sein Pferd Big Star
Mark Kolbe / Staff (Getty)
Olympia-Sieger Nick Skelton und sein Pferd Big Star

September 2001: Skelton hatte schwere Zeiten hinter sich. Der einstige Weltklasse-Sportler hatte Alkoholprobleme. Beim Training stürzte er von einem Nachwuchspferd und brach sich den obersten Halswirbel zweimal – ein Genickbruch. Wie durch ein Wunder überlebte er. Drei Monate verbrachte er eingegipst im Krankenhaus, muss danach vier Monate ein Stützgestell aus Metall tragen. Seine Karriere schien vorbei. Die Ärzte erteilten ihm absolutes Reitverbot, er wollte stattdessen Trainer werden. Doch es geschah ein Wunder! Das Halteband am Wirbel wuchs wieder komplett zusammen. Entgegen dem Ratschlag seiner Ärzte stieg er wieder aufs Pferd. Nach nur wenigen Monaten Training triumphierte er 2004 bei den British Open. In Athen gab er im Sommer sein Olympia-Comeback, doch bis zum großen Triumph im Einzel-Springen von Rio dauerte es noch zwölf Jahre. Inzwischen hat er sogar eine künstliche Hüfte, kann eigentlich nur noch mithilfe einer Tritt-Leiter in den Sattel steigen!

Reitsport-Ikone Nick Skelton
Mark Kolbe / Staff (Getty)
Reitsport-Ikone Nick Skelton

Noch im Mannschaftsspringen ging er mit den Briten unter – nur Platz 12. Im Einzelspringen wurde es dann dramatisch: Fünf Reiter hatten es ins Stechen um Gold geschafft. Skelton musste als Erster auf den Parcours. Er blieb fehlerfrei und legte ein wahnsinniges Tempo vor. Dem konnte keiner folgen. Gold, vor dem Schweden Peder Fredricson, der eine halbe Sekunde langsamer war. Skelton erklärte nach seinem Husaren-Ritt: "In meinem Alter so etwas zu erreichen, ist unglaublich. Ich blicke auf eine lange, lange Karriere zurück. Das war immer mein Ziel." Das hat er nun erreicht und es ist ihm zuzutrauen, dass er 2020 auch noch in Tokio an den Start geht, wenn nicht einmal ein Genickbruch ihn stoppen kann.

Peder Fredrickson, Nick Skelton, Eric Lamaze
Mike Ehrmann / Staff (Getty)
Peder Fredrickson, Nick Skelton, Eric Lamaze

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