

Nach 15 Jahren: Warum Joy Villa Scientology-Kirche verließ
Joy Villa hat nach 15 Jahren mit der Scientology-Kirche gebrochen und erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die umstrittene Organisation. In einem Essay für das Magazin Evie schildert die Sängerin, die mit ihren Outfits auf dem roten Teppich der Grammy Awards weltweit bekannt wurde, wie sie sich Schritt für Schritt von der Kirche löste. Die Musikerin, die in Orange County aufwuchs und zeitweise im Celebrity Centre in Hollywood lebte, berichtet, Scientology habe sie emotional und finanziell ausgelaugt und sich zugleich mit ihrem Ruhm geschmückt. "Von außen sah mein Leben in Scientology wie eine Erfolgsgeschichte aus. Innerlich hat es mich langsam zerstört", schreibt sie über die Zeit, in der ihr Gesicht in Kirchen aushing und sie als Musterbeispiel gefeiert wurde.
In ihrem Text führt Joy aus, sie habe in den Jahren als prominentes Mitglied Karrierehöhepunkte erlebt, von Nummer-eins-Platzierungen in den Billboard-Charts bis zu unzähligen TV-Auftritten – doch jeder Erfolg sei sofort der Organisation zugeschrieben worden. "Jeder Erfolg wurde nicht Gott, nicht Talent, nicht Durchhaltevermögen zugeschrieben, sondern dem Auditing, den Spenden und der Loyalität zur Organisation", hält die Sängerin fest. Nach eigenen Angaben spendete sie im Laufe der Zeit knapp 1,7 Millionen Euro und gab zusätzlich Zeit, Arbeit und ihre Stimme hin, während sie zugleich immer stärker unter Druck gesetzt worden sei. Sie beschreibt ein System ständiger Audits, Kontrolle und Unterdrückung von Zweifeln, das sie nach einem belastenden Einsatz in Großbritannien in eine tiefe Depression gestürzt habe. Erst zurück in den USA, umgeben von Familie und Freunden und ohne Überwachung, habe sie wieder aufatmen können und in einem Gebet die klare innere Antwort gespürt: "Verlasse Scientology."
Die Scientology-Kirche widerspricht dieser Darstellung deutlich. In einer Stellungnahme gegenüber dem Magazin Us Weekly heißt es, Joy sei damals mit "tiefgreifenden persönlichen Schwierigkeiten" zur Kirche gekommen und habe dort Unterstützung erhalten. Nun wolle sie "diejenigen ausnutzen, die sie in ihren dunkelsten Stunden unterstützt haben, um Geld zu machen", so die Organisation. Die Musikerin reiht sich mit ihrem Ausstieg in eine Liste prominenter Ex-Mitglieder wie Leah Remini (55) ein, während Stars wie Tom Cruise (63) oder John Travolta (71) der Kirche weiterhin treu bleiben. In ihrem Essay richtet die Sängerin zum Schluss das Wort an zweifelnde Mitglieder: "Ihr seid nicht schwach. Ihr seid nicht kaputt. Ihr wacht auf", schrieb sie. "Der Ausstieg hat mich Jahre gekostet, die ich nie zurückbekomme. Aber er gab mir etwas unendlich Wertvolleres: meine Seele, meinen Glauben, meine Freiheit in Jesus Christus. Und ich werde nie zurückkehren."




